Pkw-Zulassungen sanken 2008 um 1,5 %, Hoch bei Lkw- und Zweirad-Neuanmeldungen

In Summe Rückgang bei Zulassungen um 0,7 %- Oberwallner: "Fahrzeughandel fordert ‚Öko-Bonus‘ analog zu in Deutschland beschlossener Regelung"

Wien (PWK016) - Der Fahrzeughandel in Österreich konnte im Jahr 2008 in der mit Abstand meistverkauften Fahrzeugart, den Personenkraftwagen, insgesamt 293.697 Fahrzeuge an die Frau, an den Mann bringen. Damit ist der Pkw-Absatz gegenüber 2007 zwar um 1,5 Prozent, aber weniger stark als im Jahr davor - da betrug der Rückgang 3,4 Prozent - gesunken und liegt auf dem Niveau von 2001 (293.528 verkaufte Pkw).

Im Gegensatz zum rückläufigen Pkw-Absatz haben sich die Neuzulassungen von Lastkraftwagen (Zuwachs: 2,2 Prozent, Anteil des Sektors am Gesamtvolumen: 9,3 Prozent) und von einspurigen Fahrzeugen (Zuwachs: 1,3 Prozent, Anteil am Gesamtvolumen: 13,2 Prozent) positiv entwickelt. Dadurch wurde das Minus bei den Pkw-Zulassungen weitgehend kompensiert, sodass der Kfz-Markt 2008 mit in Summe 404.185 Neuzulassungen - das entspricht -0,7 Prozent - nur leicht rückläufig war."Damit kann das abgelaufene Jahr im längerfristigen Vergleich durchaus noch als akzeptables Fahrzeugjahr gelten", sagte Gustav Oberwallner, Obmann des Bundesgremium Fahrzeughandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Dienstag, im Zuge der Präsentation der Kfz-Zulassungszahlen für 2008.

Peter Laimer, stellvertretender Leiter der Direktion Raumwirtschaft der Statistik Austria, die auch diesmal wieder die Erhebung und Auswertung der Zulassungszahlen unternommen hat, ging im Zuge seiner Ausführungen weiter ins Detail: "Der Anteil von dieselbetriebenen Pkw ist weiter zurückgegangen und hat, gemessen an der Gesamtzahl der Pkw-Neuzulassungen, etwas mehr als die Hälfte, genau 54,6 Prozent, betragen." Damit ist der Anteil von Diesel-Pkw -2003 waren noch 71,5 aller verkauften Pkw Diesel-Fahrzeuge - wenig überraschend weiter rückläufig. Mit in absoluten Zahlen 160.459 Exemplaren, die 2008 neu zugelassen wurden, das sind um 9,2 Prozent weniger als 2007, erreicht der Absatz von Diesel-Pkw das Niveau der späten 1990er Jahre.

Von einem wenn auch niedrigen Niveau aus deutlich zugelegt haben hingegen Pkw mit alternativem Antrieben, also elektro-, gasbetrieben, bivalent und Hybrid: Die Steigerung auf einen Anteil von 0,6 Prozent an den gesamten Pkw-Neuzulassungen betrug 60,3 Prozent.

Von der Statistik Austria nach Marken betrachtet, war die Zahl der Neuzulassungen im Jahr 2008 für fast alle der Top 10-Automarken im Pkw-Bereich geringer als im Jahr 2007. Zulegen konnten aus dem Kreis der Top 10-Automarken lediglich Fiat (+16,2 Prozent), Renault (+14,9 Prozent), Ford (+5,9 Prozent) sowie Audi (+4,7 Prozent). An der Spitze der meistzugelassenen Fahrzeuge steht auch 2008 VW (49.379 Pkw, Anteil an den Gesamtzulassungen: 16,8 Prozent), gefolgt von Opel mit 20.958 Fahrzeugen (Anteil: 7,1 Prozent), Ford mit 20.235 PKW (Anteil: 6,9 Prozent), Renault (inklusive Dacia) sowie Audi und Skoda. Die höchsten relativen Zuwächse von Neuzulassungen waren, so Laimer, bei folgenden Pkw-Typen festzustellen: Seat Ibiza (+171,2 Prozent nach Modellüberarbeitung im Frühsommer 2008), Kia Cee’d (+116,5 Prozent, Modelleinführung 2007), Mazda 2 (+40,2 Prozent), Audi A4 (+39,0 Prozent), Citroen C4 (+11,0 Prozent), Skoda Fabia (+5,1 Prozent) sowie VW Golf (+2,4 Prozent).

Im Zweiradmarkt zeigt sich 2008 eine Fortsetzung des Trends der vorangegangenen Jahre: Die Zahl der Neuzulassungen von einspurigen Kfz, also Motor- und Leichtmotorrädern sowie Motorfahrrädern, ist gegenüber 2007 um 1,3 Prozent gestiegen. Mit 53.255 neu angemeldeten einspurigen Fahrzeugen wurde im 20-Jahres-Vergleich ein neuer Höchstwert erreicht.

Ebenso setzte sich 2008 bei den Lkw-Neuzulassungen die positive Entwicklung weiter fort und erreichte mit einer Zunahme von 2,2 Prozent auf 37.485 Stück ein neues Rekordniveau. Sogar über diesem Durchschnitt zulegen konnten land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen (+4,3 Prozent) und selbstfahrenden Arbeitsmaschinen (+9,2 Prozent).

Wie Fahrzeughandels-Obmann Oberwallner betonte auch Gerhard Pils, stellvertretender Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, die Notwendigkeit "schneller und kräftiger Impulse zur Förderung des Neuwagen-Absatzes durch die Politik. Unter anderem sprachen sich Pils und Oberwallner für einen "Öko-Bonus" (vorher "Verschrottungsprämie") bei Anschaffung neuer, schadstoffärmerer Autos sowie für eine Überarbeitung des Kfz-Steuersystems (inklusive einer "Kfz-Steuer neu") samt Abschaffung der Normverbrauchsabgabe aus. Denkbar wäre in einem ersten Schritt auch die befristete Aussetzung der Normverbrauchsabgabe. In ihren Forderungen bestätigt sieht sich die österreichische Fahrzeugwirtschaft durch die "Umweltprämie", auf die sich die deutsche Bundesregierung in der Nacht auf Mittwoch geeinigt hat: Demnach sollen Neuwagenkäufer in Deutschland künftig den Betrag von 2.500 Euro bekommen.

Nach einem Ausblick für 2009 gefragt, schätzten die Experten die Zahl der Neuzulassungen - obzwar vor dem Hintergrund einer unterdurchschnittlichen wirtschaftlichen Performance der Kfz-Wirtschaft, wie sie Peter Voithofer, der stellvertretende Direktor der KMU Forschung Austria skizzierte - für heuer auf zwischen 280.000 bis 285.000. Zusatz: "Das kann aber nur funktionieren, wenn die Politik die Anschaffung von Neuwägen aktiv fördert und unterstützt."

Friedrich Nagl, stellvertretender Bundesinnungsmeister und Bildungsreferent der Bundesinnung der Kraftfahrzeugtechniker, legte in seinen Ausführungen besonderes Augenmerk auf die Ausbildung: "Mit derzeit 7.000 Lehrlingen, die den Beruf des Kraftfahrzeugtechnikers erlernen, ist dieser Lehrberuf bei den Burschen immer noch die Nummer 1, legt aber auch bei Mädchen stetig an Beliebtheit zu." Allerdings stelle die Lehre bloß die Basis eines lebenslangen Lernprozesses dar:
"Besonders die laufende Weiterbildung ist in einer sich schnell weiter entwickelnden Branche unerlässlich", betonte Nagl. Er zeigte sich erfreut darüber, "dass mit der so genannten modularen Lehre ein Grundstein für eine fundierte und flexible Ausbildung gelegt wurde." Diese neue Form der Aus- und Weiterbildung, bei der Qualifikationen für sämtliche Arbeitsbereiche in der Kfz-Branche vermittelt werden, tritt mit 1. Mai 2009 in Kraft. (JR)

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