Einkommensstatistik: Künstler/Kulturschaffende am unteren Ende

KMSfB-Vize Kress: "Wenn 100 Mrd. für Banken, dann auch für Kultur"

Wien (kmsfb/ÖGB) - "Es ist eine Affenschande für die Kulturnation Österreich, dass Kulturschaffende schlechter bezahlt sind als ein Maurer." Scharfe Kritik an der "krampfhaft zurückhaltenden Kulturförderung durch Bund und Länder außerhalb der Hochkultur und einiger Günstlinge" übt der stellvertretende Vorsitzende der Kultur-Gewerkschaft KMSfB (Kunst, Medien, Sport, freie Berufe), Michael Kress, im Zu-sammenhang mit dem vom Rechnungshof veröffentlichten Einkommensbericht, wo sich Künstler und Kulturschaffende am unteren Ende finden. "Wenn die Regierung ein Füllhorn von 100 Milliarden Euro für die Banken ausschüttet, dann muss sie auch für die Kulturschaffenden etwas parat haben. Denn es gilt, unseren weltweiten Ruf als Kulturnation zu verteidigen - in der Finanz- und Bankenwelt spielt Österreich hin-gegen keine tragende Rolle," strich Kress hervor. "Touristen kommen wegen unserer Kultur, nicht wegen der Banken," eine ausreichende Förderung amortisiere sich sol-cherart. ++++

"Regierung macht aus Künstlern Hungerkünstler"

Konkret finden sich unselbständige "Kulturschaffende" und "Musiker" bei einem Jahresbrutto von 23.528 Euro, selbständige Kulturveranstalter gar nur bei 15.482. Demgegenüber notieren Maurer mit 26.330, Montierer 26.681, Tank¬stellenmitarbeiter 26.080 und Büroangestellte 26.460. Die Durchschnittswerte der Kulturtätigen würden noch deutlich tiefer liegen, wenn sie nicht durch einige gut bezahlte Gruppen wie et-wa die Philharmoniker "geschönt" würden, sagte Kress. "Diese Regierung macht aus Künstlern Hungerkünstler" und auch im Regierungsprogramm finde sich keine kon-krete Zeile betreffend die Förderung von Kultur/Kunst bzw. Kultur- und Kunstschaf-fenden, kritisierte der stellvertretende KMSfB-Vorsitzende abschließend.

ÖGB, 13. Jänner 2009 Nr. 9

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