Ausweispflicht für Gebäude ab 1. Jänner 2009: Beitrag zur Versorgungssicherheit

Wien (OTS) - "Im Gebäudebereich sind umfassende Modernisierungs-und Effizienzsteigerungsmaßnahmen notwendig, um unsere Versorgungssicherheit zu garantieren", so Dr. Fritz Unterpertinger, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. "Eine zentrale Erfassung von Energieausweis-Daten eignet sich optimal als Grundlage für das Energieeffizienz-Monitoring und als Basis für Energiebedarfs-Untersuchungen oder Einsparpotenzial-Analysen. Es ist dies auch Basis für die Bereitstellung weiterer konjunkturbelebender Mittel durch die Bundesregierung. Zusätzlich zur Wohnbauförderung sind etwa 2 Milliarden Euro sowie eine Anpassung der wohn- und immobilienrechtlichen Rahmenbedingungen notwendig. Damit kann realistischer Weise die Abhängigkeit von Energieimporten zumindest im Raumwärmebereich bis 2020 gänzlich beseitigt werden."

Mit Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD 2002/91/EG) ist ab 1. Jänner 2009 bei Verkauf oder Vermietung von Immobilien ein Energieausweis vorzulegen. Dieser gibt KäuferInnen und MieterInnen Aufschluss über die energetische Effizienz eines Objektes. Dadurch wird eine Neubewertung von Gebäuden notwendig, die zu einer spürbaren Marktbewegung führen wird. Der Energieausweis wird so zu einer Steigerung der Sanierungsrate führen und in weiterer Folge zur Reduktion der CO2 Emissionen im Gebäudesektor. In den nächsten Jahren werden in den EU-Mitgliedsstaaten einige Millionen Energieausweise ausgestellt werden.

Voraussetzung für die EU-weite Erfassung von Gebäudedaten ist aber eine einheitliche Energieklassifizierung - wie das Projekt DATAMINE zeigt. Die Österreichische Energieagentur als Projektpartnerin konnte die Ergebnisse von DATAMINE bereits für die Umsetzung der österreichischen Energieausweis-Datenbank "Immo-ZEUS" nutzen.

Um die Ergebnisse des Energieeffizienz-Monitorings im Gebäudesektor EU-weit zusammenführen zu können, ist eine einheitliche Sprache zur Beschreibung der Energieeffizienz von Gebäuden unerlässlich. Unterschiedliche Ausweistypen, Effizienz-Indikatoren und Referenzflächen erschweren einen Vergleich zwischen den Mitgliedsländern.

Das Best-practise-Beispiel DATAMINE hilft hier. Es wurden dabei Projekte aus 12 unterschiedlichen Ländern herangezogen und bereits vorhandene Datenbanken und Auswertungen untersucht. Die daraus abgeleitete vereinheitlichte Datenstruktur ermöglichte die Zusammenlegung von über 19.000 Datensätzen in einer gemeinsamen Datenbank. So konnten Auswertungen über thermische Verluste, Hüllflächen und verwendete Heizsysteme erstellt werden und - soweit auf nationaler Ebene vorhanden - Bedarfsrechnungen mit dem gemessenen Verbrauch verglichen werden. DATAMINE ist also ein erster wichtiger Schritt zu einer harmonisierten

Energieklassifizierung und einer einheitlichen Beurteilung der Gebäudekategorien von EU- Mitgliedsstaaten.
Weitere Informationen zum Projekt: www.meteo.noa.gr/datamine

Basierend auf den Ergebnissen aus DATAMINE erweiterte die Österreichische Energieagentur in Kooperation mit gizmocraft die bestehende Energieausweis-Datenbank ZEUS um einen nationalen Zugang:
Immo-ZEUS.
Weitere Informationen: www.immozeus.at.

Datamine:

Das Projekt DATAMINE "Collecting Data from Energy Certification to Monitor Performance Indicators for New and Existing Buildings" nutzt Energieausweise als Grundlage zur Datenerhebung über den aktuellen energetischen Zustand des europäischen Gebäudebestandes. Ziel von DATAMINE ist es, ein einheitliches Erfassungssystem zu entwickeln, mit dem man Gebäude bewerten und vergleichen kann. Dadurch werden nötige Optimierungsschritte sichtbar und können so auch gesetzt werden.

Das Projekt wurde mit Unterstützung des Programms "Intelligent Energy Europe" und dem Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit durchgeführt. Koordination: Institut für Wohnen und Umwelt (IWU), Deutschland.

Weitere ProjektpartnerInnen: BuildDesk, Niederlande; Ecofys, Spanien; Energy Action, Irland; ESD, England; NAPE, Polen; NOA, Griechenland; POLITO, Italien; SOFENA, Bulgarien; Vito, Belgien; ZRMK, Slowenien;

Website der Österreichischen Energieagentur zum Projekt:
http://www.energyagency.at/(de)/projekte/datamine.htm

Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy Agency:

Die Österreichische Energieagentur ist das nationale Kompetenzzentrum für Energieeffizienz in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer vorwiegend wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme, führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt klima:aktiv - die Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums -operativ um und koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den

Themenbereichen Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie. Weitere Informationen für Mitglieder und Interessenten unter www.energyagency.at

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