"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Überflüssige Verrenkungen" (Von Kurt Horwitz)

Wien (OTS) - Die ÖVP schafft es einfach nicht, über ihre ideologischen Schatten zu springen. Besonders deutlich wird das bei der Ablehnung der so genannten Gesamtschule.
Diese Form einer "neuen Mittelschule" wird vehement abgelehnt, obwohl Pädagogen sie als große Chance sehen. Weil so viel Eifer blind macht, ist just das "schwarz" regierte Vorarlberg zum Handkuss gekommen.

Hier sind die Hauptschulen seit jeher "Gesamtschulen der Zehn- bis 14-Jährigen". Daher wollen 51 der 56 Hauptschulen des Landes mitmachen. Auch die Ländle-ÖVP will das, und das stürzt die Bundespartei ins Dilemma. Offiziell dürfen es ja nur zehn Prozent sein.
Jetzt sucht man einen Kompromiss. Das Gesetz soll bleiben, aber durch mühsame Verrenkungen und juristische Spitzfindigkeiten ausgehebelt werden.
Das ist mehr als überflüssig. Wenn das Gesetz schlecht ist, soll man es ändern. Entscheidend ist nicht, was auf den einzelnen Schultypen draufsteht, sondern dass Kinder eine optimale Ausbildung erhalten. Der Bundes-ÖVP ist das aber ebenso egal wie die Verunsicherung von Eltern und Lehrern. Hauptsache, sie kann auf ihrem Standpunkt beharren und es gibt weiterhin zumindest offiziell keine flächendeckende Gesamtschule.

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