"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Energie-Träume"

Österreichs Energiepolitik ist dank einiger Tabus nicht wirklich schlüssig.

Wien (OTS) - Mit der Energie ist das so eine Sache. Sie soll verlässlich zur Verfügung stehen, wenn man sie braucht (also immer), möglichst nicht zu viel kosten und im Idealfall sauber sein. Das funktioniert in der Praxis nicht so einwandfrei. Wenn die Araber den Ölhahn oder die Russen den Gashahn zudrehen, wird’s teuer oder kalt. Und die sauberen Energieformen, nach denen als Alternative umso lauter gerufen wird, sind zwar erstrebenswert, aber von der Flächendeckung noch weit entfernt.
Wobei sauber relativ ist - und an zwei österreichische Tabus rührt. Atomkraft ist, wenn sie nicht gerade aus Bohunice kommt, nach heutiger Technologie eine sichere, vergleichsweise saubere und unverzichtbare Energie, aber seit Zwentendorf ein absolutes No-No (dass ein Drittel des importierten Stromes aus Atomenergie stammt, kratzt hier niemanden). Und Wasserkraft ist sauber und erneuerbar, hat aber neben den Grenzen der Kapazität auch solche des Umweltschutzes (nur bei Windrädern fragt niemand nach Verschandelung).
Der Ruf nach verlässlicher, billiger und sauberer Energie ist also ein bisschen ein träumerischer. Aber auch an Träumen kann man sich ja wärmen.

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