Mölzer: EU muss im Gasstreit zu vernünftigem Arrangement mit Russland kommen

Abhängigkeit von russischem Gas ist nicht von heute auf morgen zu beseitigen - Vom Erweiterungswahn geplagte EU könnte sich langfristig zu europäisch-russischer Union entwickeln

Wien (OTS) - Den derzeitigen Gasstreit müsse die Europäische Union zum Anlass nehmen, um über ihr grundsätzliches Verhältnis zu Russland nachzudenken, meinte der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer. "Mit dem Finger auf den Kreml zu zeigen wäre aber falsch. Denn die EU, vor allem ihre osteuropäischen Mitglieder, sind in besonderem Maße vom russischen Erdgas abhängig. Und daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern, weil die natürlich wünschenswerten Alternativen zu fossilen Brennstoffen nicht von heute auf morgen zur Verfügung stehen werden", gab Mölzer zu bedenken.

Weiters wies der freiheitliche EU-Mandatar darauf hin, dass Ausweich-Gasquellen wie die Pipeline Nabucco, die Europa mit Erdgas aus dem Iran versorgen soll, auch kein Allheilmittel sei. "Es wäre naiv zu glauben, Teheran würde Europa nicht erpressen, wenn es dazu die Möglichkeit hätte", meinte Mölzer. Und weil Experten erklärten, dass die Abhängigkeit von russischem Erdgas in den kommenden Jahren noch zunehmen werde, sei die EU gut beraten, zu einem vernünftigen Arrangement mit Moskau zu kommen. "Daher sagt uns die Logik, dass wir, dass Europa gegenüber Russland eine vernünftige und realistische Politik zu betreiben hat - und diese kann nur darin bestehen, einen Ausgleich zwischen den europäischen und den russischen Interessen zu finden", meinte Mölzer.

"Russland ist eine gestürzte Großmacht, die nach und nach wieder Selbstvertrauen gewinnt und auf die Beine kommt. Seit Peter dem Großen wissen wir, dass es russische Imperialpolitik ist, die eisfreien Häfen an den Meerengen zu gewinnen, um aus der eurasischen Isolation ausbrechen zu können. Seit Peter dem Großen wissen wir auch, dass Russlands Drang nach Westen unter anderem auch eine Annäherung an Europa bezweckt. Und die ethnischen Russen sind ein europäisches Volk und sehen sich selbst aus Europäer und nicht als Halbasiaten", erklärte der freiheitliche Europaparlamentarier. Daher stelle sich die Frage, ob die Europäische Union, wenn sie schon vom Erweiterungswahn geplagt ist, sich längerfristig nicht doch zu einer europäisch-russischen Union entwickeln könnte. Damit wären die Energieprobleme und die Ressourcenfragen Europas wohl für eine fernere Zukunft gelöst, sagte Mölzer abschließend.

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