Landwirtschaftsminister Berlakovich empfängt EU Kommissarin zu Arbeitsbesuch

Konstruktive Gespräche über Zukunft der österreichischen Bäuerinnen und Bauern

Eisenstadt (OTS) - Bei einem zweitägigen Arbeitsbesuch der EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel in Österreich ging es neben Themen wie der Zukunft der gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 und den Anliegen der heimischen Milchbauern auch um Energieversorgung und Unabhängigkeit, im Lichte des momentanen Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine und dessen Auswirkungen auf die EU und Österreich. "Unser gemeinsames Ziel muss es sein, Wege aus der Abhängigkeit von Gasimporten zu suchen und entsprechende Schritte zu setzen. Die europäischen Länder - allen voran Österreich - haben viel Potential im Bereich alternativer Energieformen. Neben der Wasserkraft, der Photovoltaik, Sonnen- und Windenergie, ist vor allem auch die Land-und Forstwirtschaft gefragt, nachwachsende Rohstoffe und Biomasse auszuschöpfen.", so Berlakovich heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Agrarkommissarin in Eisenstadt. ****

"Was die Zukunft der heimischen Landwirtschaft betrifft, bin ich optimistisch, dass die Anliegen der österreichischen Bäuerinnen und Bauern in Brüssel entsprechende Berücksichtigung finden. Mir ist es wichtig, den heimischen Bauern auch nach 2013 eine Perspektive zu geben. Um die Zukunftsfähigkeit der österreichischen Landwirtschaft in der Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2013 sicherzustellen, muss eine Diskussion rechtzeitig starten und gründlich vorbereitet werden. Mir ist es ein Anliegen, die typisch österreichische, klein strukturierte Landwirtschaft zu erhalten und das wird im internationalen Wettbewerb immer nur mit Ausgleichszahlungen möglich sein. Ich werde mich daher dafür einsetzen, dass es für die Leistungen unserer Bäuerinnen und Bauern für die gesamte Gesellschaft mit der Bereitstellung von sicheren und gesunden Lebensmitteln, für die Landschaftspflege und nicht zuletzt für erneuerbare Energieformen und Klimaschutz ein entsprechendes Budget geben muss", so Berlakovich weiter.

Im Zusammenhang mit den Anpassungen der Gemeinsamen Agrarpolitik für die laufende Periode, dem so genannten "Health Check" wies Minister Berlakovich die Kommissarin im Gespräch auch auf die besonderen Anliegen der österreichischen Milchbauern. "Die Aufstockung der Milchquote bzw. die Abschaffung der Milchquote nach 2015 ist eine große Herausforderung für den gesamten Milchsektor. Es ist uns aber gelungen, Maßnahmen für den Milchbereich auszuverhandeln. Österreich wird mit einem eigenen "Milchpaket" die heimischen Milchbetriebe unterstützen. Darüber hinaus braucht es zur Absicherung des Milchstandortes in Österreich mit seinen 43.000 Milchbauern aber auch eine handlungsfähige europäische Milchpolitik", so Berlakovich weiter. "Ich habe die Kommissarin ersucht, diese Frage sensibel zu behandeln und hierbei notwendige Maßnahmen zu setzen, denn ein allzu freier und liberaler Milchmarkt wäre für den österreichischen Milchstandort in vielen Bereichen nicht bewältigbar".

EU-Agrarkommissarin besucht Geflügelbetrieb in Niederösterreich und Landwirtschaftliche Fachschule in Eisenstadt

Um sich neben den Arbeitsgesprächen auch ein Bild aus der Praxis der österreichischen Landwirtschaft zu machen, besuchte die Agrarkommissarin im Rahmen ihres Kurzbesuches in Österreich auch den Legehennenbetrieb von Peter Stocker in Lanzenkirchen.

In Österreich gilt seit 1.1.2009 ein Käfigverbot. Das Lebensministerium hat mit einem speziellen Programm den Umstellungsprozess auf Alternativhaltung wie Boden- oder Freilandhaltung oder auch biologische Haltung begleitet und beschleunigt. Dafür wurden Fördermittel in der Höhe von 4,5 Millionen Euro aufgewendet. Neben diesem speziellen Programm können die landwirtschaftlichen Betriebe im Rahmen der Ländlichen Entwicklung auch Investitionsförderungen in Anspruch nehmen. Der Neubau bzw. der Umbau zu besonders tierfreundlichen Haltungsanlagen wird bereits seit 1995 mit Mitteln der EU, des Lebensministeriums sowie der Länder unterstützt. In der Förderperiode 2000 bis 2006 wurden für diesen Bereich über 140 Millionen Euro aufgewendet. Von der gesamten Stallbauförderung gingen rund 83 Prozent an besonders tiergerechte Stallbauten. Für die laufende Förderperiode wurden die Fördermittel erhöht. Darüber hinaus gibt es für Stallbauinvestitionen im Bereich der biologischen Produktion eine zusätzliche Erhöhung der Förderung um fünf Prozent.

Zum Abschluss ihres zweitägigen Österreich Aufenthaltes absolvierte Fischer-Boel noch einen Besuch in der Landwirtschaftlichen Fachschule in Eisenstadt, einer Berufsbildenden Mittleren Schule mit vierjähriger Ausbildungsdauer, deren AbsolventInnen in Wein- und Sektkellereien, sowie in Obstbau- und Gemüsebaubetrieben geschätzte Fachkräfte sind. Dort stellten sich die Kommissarin und der Minister den Fragen der Schülerinnen und Schüler und nahmen eine Weintaufe vor.

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