"Wir müssen allen jungen Menschen eine Perspektive bieten!"

"jung. gebildet. sucht...Integration!", eine Diskussionsveranstaltung der JG 16

Wien (SPW) - Gestern Donnerstag lud die Junge Generation in der
SPÖ Ottakring zu der hochkarätigen Diskussionsveranstaltung "jung. gebildet. sucht...Integration!". Die SPÖ-Gemeinderats- und Landtagsabgeordnete Nurten Yilmaz diskutierte mit Dr. Ingrid Nowotny, Bereichsstellvertreterin im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Sektion Arbeitsmarkt und Mario Rieder, Geschäftsführer der Wiener Volkshochschulen die beruflichen und gesellschaftlichen Chancen von jungen Menschen mit migrantischem Hintergrund. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Bildungssekretär der SPÖ Wien, Marcus Schober. "Das System Österreich könnte ohne Migration nicht funktionieren. Aufgabe der Politik ist es, Rahmenbedingungen für ein gesellschaftliches Umdenken zu schaffen - Migrantinnen und Migranten haben Wien zu der erfolgreichen, urbanen, bunten Stadt gemacht, die es heute ist. Es ist Zeit für die Einsicht, dass Migration nicht nur ein Faktum, sondern eine Chance zur Bereicherung der Kultur und der Gesellschaft insgesamt ist", stellte Nurten Yilmaz ihre Auffassung von Herausforderungen im Bereich der Migrationspolitik dar.****

Die wesentliche Voraussetzung um Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine tatsächliche Chance auf Integration zu geben, sei die Existenzsicherung durch Arbeit, konstatierte Dr. Ingrid Nowotny, und führte weiter aus: "Das Gastarbeitersystem, das ein bewusst desintegratives Migrationssystem darstellte, ist schlicht und einfach gescheitert. Wir brauchen existenzsichernde Arbeitsplätze für alle Menschen, die in Österreich leben. Ziel muss sein, das vorhandene Volumen an Arbeit gerechter aufzuteilen und aktive Arbeitsmarktpolitik zu betreiben."

Um "fit für den Arbeitsmarkt" zu sein, ist Ausbildung unerlässlich - viele Jugendliche mit migrantischem Hintergrund bekämen die Chance auf eine adäquate Ausbildung aber erst im zweiten oder gar dritten Bildungsweg, da das derzeitige österreichische Bildungssystem eher dazu neigt, Eliten zu reproduzieren, als gleiche Chancen zu schaffen. Die Wiener Volkshochschulen bieten eine Reihe von Kursen und Seminaren an, die MigrantInnen die Integration erleichtern können. "Für erfolgreiche Integration gibt es zwei entscheidende Schlüssel:
erstens die soziale Integration, der Aufbau von persönlichen Kontakten und Netzwerken. Und zweitens die berufliche Integration -für Menschen mit Migrationshintergrund muss ein Aufstieg in die Mittelschicht möglich sein. Dafür benötigen sie zu allererst Bildungsabschlüsse, und dann den Zugang zum Arbeitsmarkt", erklärte Mario Rieder. In diesem Zusammenhang wies er nachdrücklich auf das Problem der strukturellen Diskriminierung von MigrantInnen am Arbeitsmarkt hin - oft bekämen junge Menschen aufgrund ihres Namens, ihrer Herkunft oder ihres Aussehens keine Einladungen zu Vorstellungsgesprächen.

Diese Situation wäre nicht über Nacht veränderbar, aber in jedem Fall müsse es auch bei den ArbeitgeberInnen zu einem Umdenken kommen, forderte Nurten Yilmaz: "Migrantinnen und Migranten haben mitgebrachte Fähigkeiten, wie zum Beispiel die Mehrsprachigkeit - das müssen auch die UnternehmerInnen und ArbeitgeberInnen als benefit anerkennen!" Und auch Dr. Ingrid Nowotny unterstrich: "Weder der latente noch der manifeste Rassismus dürfen in Österreich Platz haben! Wir müssen die Rahmenbedingungen für eine tatsächliche Gleichstellung schaffen - das ist unsere Pflicht und Schuldigkeit!" (Schluss) lw

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