Johanniter fordern Helmpflicht für Schifahrer

Die Johanniter fordern: Helmpflicht sollte in Österreich für Kinder und Erwachsene gleichermaßen gelten und dringend eingeführt werden.

Wien (OTS) - "Die meisten Sportunfälle passierten 2007 beim Alpinschifahren, das höchste Unfallrisiko bestand beim Snowboarden. Ein Grund mehr, sich bestmöglich vor Folgen zu schützen", meint der Wiener Chefarzt der Johanniter, Dr. Michael Hüpfl.

Einen vernünftigen Grund gegen die Schihelmpflicht gibt es einfach nicht. Mit einem Schihelm können schwere Kopfverletzungen vermieden oder gemildert werden. Arm- oder Beinverletzungen kann man reparieren, Schädigungen des Gehirns meist nicht: "Im Gegenteil:
Verletzungen des Gehirns sind oft irreparabel und ein Schädel-Hirn-Trauma zieht langfristige gesundheitliche wie finanzielle Folgen nach sich", mahnt Dr. Michael Hüpfl, Chefarzt der Johanniter, auch die Folgekosten für teure Behandlungs- und Rehabilitationskosten nach Schädel-Hirn-Traumata zu bedenken."

Schätzungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zu folge werden sich in der Wintersaison 2008/2009 voraussichtlich 55.000 Personen auf Österreichs Schipisten verletzen. Davon werden rund 5.500 eine Kopfverletzung davontragen. Dem gegenüber stehen jährlich durchschnittlich 3.485 Verletzte nach Motorradunfällen, wobei dort die Helmpflicht seit vielen Jahren besteht. "Leider sind gerade erwachsenen Schifahrer- im Gegensatz zu Kindern - extreme Helmmuffel. Dabei betreffen 71 Prozent der Schiunfälle die Altersgruppe der 15-59-Jährigen.

"Wer einmal bei einem Pistendienst die schweren Folgen einer Kopfverletzung erlebt hat, wird nicht mehr ohne Helm fahren", spricht sich auch Dr. Wolfgang Hofmeister, Chefarzt der Johanniter in Kärnten für einen Schihelm-Pflicht aus. Als ehemaliger leitender Notarzt der Kärntner Flugrettung hat er ebenso wie die Johanniter-Kollegen des Pistendienstes auf der Turracher Höhe bereits einige brisante Notfälle versorgt.

Die Befürchtungen, dass die Helmpflicht einen Rückgang der Schifahrer auf Österreichs Bergen nach ziehen könnte, teilen die beiden Chefärzte der Johanniter nicht: "Es wird niemanden geben, der nur aufgrund einer Schutzhelmpflicht nicht mehr Schifahren geht." Im Gegenteil: Den Versicherungen werden mit Rückgängen bei den schweren Schädelverletzungen teure Behandlungskosten und den Verunglückten teils schwere Schicksale erspart bleiben.

Die Schihelmpflicht wird nach Meinung der Johanniter vielmehr dazu beitragen, nicht nur ein besonderes Bewusstsein, sondern auch eine Änderung im Verhalten zu schaffen. "Der Schihelm tragt sicherlich dazu bei, viele Unfallfolgen zu reduzieren. Nichtsdestotrotz sollten Schifahrer lernen, ihr Können richtig einzuschätzen, das Tempo zu drosseln und mehr Rücksicht auf andere zu nehmen. Auch Alkoholkonsum sollte beim Schifahren tabu sein", so Dr. Michael Hüpfl.

Diesem Argument schließt sich auch Dr. Wolfgang Hofmeister an:
"Ein Helm schützt nicht vor Unvernunft. Ein Helm verringert jedoch mit Sicherheit das Ausmaß jeder Kopfverletzung, wie schmerzhafte Blutergüsse der Kopfschwarte, Rissquetschwunden oder Schädelprellungen. Das Argument - "Ich fahre vernünftig" - gilt nicht. Denn häufig passieren Unfälle auch durch Fremdeinwirkung. Bei der hohen Frequenz an Abfahrern auf zu engen Pisten ist ein Helm ein großer Schutzfaktor."

"Wie wir aus Erfahrungen und Diskussionen etwa bei der Gurtepflicht oder Helmpflicht für Motorradfahrer wissen, schaffen in erster Linie gesetzliche Vorgaben nicht nur eine Änderung im Bewusstsein, sondern vor allem auch im Verhalten. Daher sprechen sich die Johanniter für eine Schihelm-Pflicht aus", so die beiden Chefärzte unisono.

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