Genossenschaften als Zukunftsmodell für Gemeinden

Österreichischer Gemeindebund und Österreichischer Genossenschaftsverband (ÖGV) schließen Kooperationsvereinbarung

Wien (Gemeindebund) - Bad Mitterndorf, am 9.Jänner 2009. Der Idee der Genossenschaften auf Gemeindeebene wurde ein neuer Schub versetzt - mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Österreichischen Gemeindebund und dem Österreichischen Genossenschaftsverband (ÖGV). "Wir sehen dieses Modell auch als eine wichtige Form der Bürgerbeteiligung an", so Gemeindebund-Generalsekretär Dr. Robert Hink und ÖGV-Verbandsanwalt Dr. Hans Hofinger. "Gerade auf kommunaler Ebene ist es von großer Bedeutung, dass die Menschen ihre Gemeinde nicht als abstrakte Verwaltungseinheit sehen, sondern sich selbst als Teil dieser Gemeinschaft begreifen."

Die aktuelle Wirtschaftslage, aber auch die ständig zunehmenden Aufgaben bringen viele Gemeinden unter Druck. Die finanziellen Handlungsspielräume werden enger, deshalb sind neue Ideen und Modelle gefragt. "Die Palette genossenschaftlicher Möglichkeiten kann hier von sozialen Einrichtungen der Altenbetreuung bis hin zur Kinderbetreuung oder auch der Beteiligung an Freizeiteinrichtungen (Bäder, Freizeitzentren, etc.) reichen", so Hink. Auch für derzeit ausgegliederte Unternehmungen von Gemeinden könne die Genossenschaftsidee eine sinnvolle Alternative sein.

Hofinger: "Mit genossenschaftlichen Modellen können Eigeninitiative und Mitverantwortung in besonderer Weise gestärkt werden. Dabei, so Hink und Hofinger, gehe es auch darum, die Menschen dazu zu bringen, wieder Mitverantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen. Die Genossenschaftsidee ist in sehr vielen Bereichen ausgezeichnet anwendbar, sie fördert den solidarischen und sozialen Gedanken in einer Gemeinde". Im Rahmen dieser Kooperation werde man die Gemeinden dazu ermuntern, ihre Aufgabenbereiche sorgfältig zu überprüfen und zu überlegen, wo man die Bevölkerung stärker einbinden könne.

"Wir werden den Gemeinden das bewährte Modell der Genossenschaften noch besser und häufiger kommunizieren und den Gemeinden konkrete Anwendungsmöglichkeiten vorschlagen", so Hofinger. "Bei Bedarf bieten wir den Bürgermeistern Beratungsleistungen und Informationsveranstaltungen an." Hofinger weiter: "Unsere Initiativen in Form der Bürgergesellschaften können eine Antwort auf die neu aufflammenden Tendenzen staatlichen Handelns sein." Die regionalen Volksbanken können durch ihre Mitarbeiter und deren Nähe zu den Kunden, durch deren lokale Kontakte, als Meinungsbildner in den Regionen fungieren und konkrete Projekte in der Umsetzung begleiten und unterstützen.

Eine erste Genossenschaft wurde in Poggersdorf /Kärnten auf Initiative von Bürgermeister Arnold Marbek bereits gegründet. Das "Wohlfühlzentrum" soll als Alten- und Pflegeheim gestartet werden, später sind ein Therapiezentrum mit ambulanter Betreuung und ein Kindergarten geplant. Mitglieder der Genossenschaft sind Bürger von Poggersdorf und Umgebung.

Die Kooperationsvereinbarung wurde heute, Freitag mittag, im Rahmen des Neujahrsempfanges des Gemeindebundes in Bad Mitterndorf von Gemeindebund-Präsident Bgm. Helmut Mödlhammer und Gemeindebund-Generalsekretär Dr. Robert Hink sowie Dr. Hans Hofinger und
Dr. Rainer Borns (beide ÖGV) unterzeichnet.

Der Österreichische Gemeindebund ist Interessenvertreter von 2.354 Gemeinden. Der Österreichische Genossenschaftsverband ist Interessenvertreter der Volksbanken und von 100 Waren-, Dienstleistungs- und Produktivgenossenschaften.

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