Nur flexibler Erzeugungsmix gibt Sicherheit in Krisensituationen

Erneuerbare Energien alleine können Bedarf nicht abdecken

Wien (OTS) - Die E-Wirtschaft warnt vor einseitigen
Energiekonzepten als Reaktion auf die aktuelle Gaskrise. "Nur ein flexibler Erzeugungsmix und die Nutzung aller zur Verfügung stehenden Ressourcen können eine konkurrenzfähige, kostengünstige und krisenfeste Stromversorgung absichern", erklärte die die Generalsekretärin des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Barbara Schmidt. In den kommenden Jahren werde man aber einen Energieschub benötigen, um mit dem steigenden Strombedarf mitzuhalten. Derzeit stammen knapp 60 Prozent des in Österreich verbrauchten Stroms aus Wasserkraft, 36,3 Prozent aus thermischen Kraftwerken und rund 11 Prozent aus Wind, Biomasse, Photovoltaik oder Geothermie. Rund zehn Prozent des benötigten Stroms müssen aus dem Ausland importiert werden.

Basierend auf der aktuellen Entwicklung des Strombedarfs und der Struktur des Kraftwerksparks in Österreich ermittelte das Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der TU Wien in einer vom VEÖ beauftragten Studie einen Bedarf an zusätzlicher Kraftwerkskapazität von 26 bis 38 Terawattstunden bis 2015. Schmidt:
"Wenn man verhindern will, dass es zu weiteren Steigerungen der Stromimporte von derzeit zehn Prozent des Gesamtbedarfs kommt, fehlen uns 2015 Kraftwerke mit einer Leistung von 3700 Megawatt und einer Erzeugungskapazität von 18,5 Terawattstunden, falls nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Das sind rund 30 Prozent des aktuellen Stromverbrauchs in Österreich." Der Ausbau der Kraftwerkskapazitäten müsse zudem von einem adäquaten Ausbau der Netzinfrastruktur begleitet werden.

Erneuerbare Energien alleine können Bedarf nicht abdecken

Erneuerbare Energieformen, wie Wind- oder Solarenergie werden den steigenden Bedarf alleine nicht abdecken können. Schmidt: "Damit können wir bestenfalls fünf bis sechs Megawatt Leistung zusätzlich bereitstellen." Über den Masterplan Wasserkraft können bis 2020 sieben Terawattstunden Strom zusätzlich gewonnen werden. Zusätzlich werde in Zukunft daher auch die Stromerzeugung aus thermischen Kraftwerken ausgeweitet werden müssen. Dabei dürfe man sich, wie die aktuelle Gaskrise zeige, nicht allein auf den kohlenstoffarmen Energieträger Erdgas konzentrieren. Auch Kohle werde an Bedeutung gewinnen. Schmidt: "Für Österreich wäre es zudem erstrebenswert ein Reservekraftwerk auf Kohlebasis zu besitzen, das flexibel eingesetzt werden kann."

Wasserkraft ist Österreichs beste Chance für eigenständige Stromversorgung

Österreich ist heute bereits eines der führenden Wasserkraftländer der Welt und Wasserkraft ist zudem die beste Chance für eine Steigerung der Stromerzeugung aus nationalen Ressourcen. Schmidt:
"Derzeit werden 38,2 Terawattstunden Strom in Österreich aus Wasserkraft gewonnen und mit dem Masterplan Wasserkraft können weitere sieben TWh verfügbar gemacht werden." Diese sieben TWh würden den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch von 23,3 auf 25 Prozent und den Anteil der Wasserkraft an der Stromerzeugung von 58 auf 69 Prozent steigern sowie bis zu 3,1 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Die dafür notwendigen Investitionen betragen 8,4 Milliarden Euro bis 2020 und sichern über die Bauzeit jährlich 6000 Arbeitsplätze, ohne dass Förderungen seitens des Staats benötigt werden. Insgesamt sind in der E-Wirtschaft bis 2015 Investitionen von 14,5 Mrd. Euro für den Ausbau von Netzen und Erzeugung zu erwarten. Die E-Wirtschaft sei bereit, massiv in Klimaschutz und Versorgungssicherheit zu investieren, benötige dafür aber gesicherte Rahmenbedingungen, erklärt Schmidt.

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