Faymann: Wichtiger Wirtschaftssektor Automobilbranche muss unterstützt werden - Bei Autogipfel auf erste Maßnahmen geeinigt

Hundstorfer: Mehr Flexibilität und Qualifizierungsmaßnahmen bei Kurzarbeit

Wien (SK) - Die von Rezession besonders betroffene Automobil-Branche, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Österreichs, erhält Unterstützung. Geeinigt habe man sich im Rahmen eines Gipfeltreffens zum Automobilsektor auf vier Eckpunkte: die Sicherung der Finanzierungsbasis von Unternehmen, die Stärkung von Investitionen in Innovation und Technologie, die Menschen in Beschäftigung halten und Arbeitslosen helfen, sowie auf die Mitwirkung an internationalen Maßnahmen, erklärte Bundeskanzler Werner Faymann am Donnerstag nach dem Gipfel. *****

Den Automotive Sektor zu unterstützen sei deshalb so wichtig, weil davon rund 170.000 Arbeitsplätze abhängen würden und die Branche 10 Prozent der österreichischen Industrie ausmache. Wichtig sei es, dass den Unternehmen die Mitarbeiter erhalten bleiben. Dies hätten während des Gipfelgespräches auch die Vertreter der Industrie betont. Man dürfe nicht 40 oder 50 Prozent der Belegschaft abbauen, denn in wirtschaftlich guten Zeiten brauche man die Fachkräfte wieder. Deshalb habe man sich darauf geeinigt, ein flexibleres Modell der Kurzarbeit zur Verfügung zu stellen, erklärte Faymann.

Investitionen in Forschung und Entwicklung würden nicht nur aus wirtschaftspolitischer, sondern auch aus umweltpolitischer Sicht Sinn machen. Zahlreiche Unternehmen haben jedoch nach wie vor Probleme mit der Finanzierung von Projekten. Das Bankenpaket sei erst im Aufbau befindlich und noch lange nicht so funktionstüchtig, dass man sagen könne, die Unternehmen bekommen wieder Kredite, so Faymann.

Faymann betonte, dass man mit dem Autogipfel nicht die Gespräche für die Autobranche beende. Man werde eine Task Force einrichten und mit den Sozialpartnern und den Vertretern der Autobranche auch in Zukunft weiterarbeiten. Die Frage, die sich während des Gipfelgesprächs gestellt habe, sei etwa, wie man von staatlicher Seite eingreifen könne, ohne dass der Markt verzerrt werde, wie man Rahmenbedingungen schaffen könne die unterstützen und nicht zerstören.

Hundstorfer: Zeit- und Leiharbeiter in Branchenstiftung einbringen

Laut Sozialminister Rudolf Hundstorfer sollen die geplanten Neuerungen im Bereich der Kurzarbeit mit Qualifizierungsmaßnahmen im Betrieb gekoppelt werden. Wer in Kurzarbeit ist, soll daneben künftig Fortbildungsmaßnahmen nützen können. "Wir haben sehr gute Arbeitnehmer, wir wollen aber besser werden". Man könne daher "die Krise als Chance sehen", so Hundstorfer.

Gleichzeitig soll die maximale Dauer der Kurzarbeit verlängert werden. Bisher seien nur 12 Monate möglich gewesen, in Zukunft wolle man dies auf 18 Monate ausdehnen. Das bedeutet mehr Flexibilität. Damit das neue Modell rasch umgesetzt werden kann, soll bereits am 20. Jänner ein entsprechender Initiativantrag im Parlament eingebracht werden. Hundstorfer geht davon aus, dass das neue Kurzarbeitsmodell mit März in Kraft treten wird, "damit die Menschen nicht nur philosophisch sondern effektiv etwas davon haben".

Mit dem gestrigen Tag befinden sich 10.525 Menschen in Kurzarbeit. Bis zum 1. Februar diesen Jahres werden 16.200 Arbeitnehmer in Kurzarbeit sein. Nach den derzeitigen Erwartungen sollen es aber noch mehr werden. Zu den Kosten der Kurzarbeit merkte der Sozialminister an, dass man derzeit 40 Millionen dafür ausgebe. Man rechne noch mit 20 bis 30 Millionen zusätzlich.

Neben der Neugestaltung der Kurzarbeit werde man auch das Modell der Arbeitsstiftung erweitern, Leih- und Zeitarbeiter sollen in eine Branchenstiftung gebracht werden. Vorbildhaft sei auch ein oberösterreichisches Modell, nämlich "Bildungskarenz plus". Dieses habe einen Dominoeffekt, bereits vier andere Bundesländer hätten eine Vereinbarung dahingehend unterschrieben. Durch das Modell werden die Bundesländer in die Finanzierung eingebunden. (Schluss) sw/mk

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