Papst ruft ... (2)

Wirtschaftskrise bedroht Zukunft

Benedikt XVI. sieht die Wirtschaftskrise als Teil einer globalen Bedrohung. "Heute mehr denn je steht unsere Zukunft auf dem Spiel, wie auch das Schicksal der Erde und ihrer Bewohner", sagte er vor den Diplomaten. In seiner Grundsatzrede rief Benedikt XVI. die Staatengemeinschaft zum Einsatz für sichere Lebensbedingungen aller Menschen auf. Nachdrücklich warnte er auch vor den Gefahren der weltweiten Nahrungsmittelkrise und der globalen Erwärmung.

"Um Frieden zu schaffen, müssen wir den Armen neue Hoffnung geben", sagte der Papst. Dringend nötig seien ein wirksamer Kampf gegen Hunger und für mehr landwirtschaftliche Entwicklung. Dies gelte "umso mehr, als die Zahl der Armen sogar in den reichen Ländern steigt", so Benedikt XVI. Viele Einzelpersonen und Familien litten unter Problemen und Unsicherheiten, die weltweit durch die Finanz- und Wirtschaftskrise entstanden seien.

Eine nachhaltige Stärkung der Wirtschaft verlange einen neuen Aufbau von Vertrauen. Dieses Ziel ließe sich nicht ohne eine Ethik erreichen, die die Würde der menschlichen Person achte. "Ich weiß, wie anstrengend das ist, aber es ist keine Utopie", sagte der Papst. Er erinnerte dabei an die Verantwortung für die nachfolgende Generation. Diese erbe ein "schwer beeinträchtigtes Wirtschaftssystem und soziales Gefüge", so Benedikt XVI.

Erneut verurteilte der Papst die weltweiten Rüstungsausgaben und äußerte sich besorgt über die mangelnde Umsetzung des Atomwaffensperrvertrags. "Friede kann nicht geschaffen werden, wenn Militärausgaben enorme menschliche und materielle Ressourcen von Entwicklungsprojekten abziehen, besonders von der Entwicklung der ärmsten Länder", sagte Benedikt XVI. (Forts.)
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