Auto-Gipfel: Leitl fordert Airbags für eine gefährdete Branche

WKÖ verlangt Ausbau der Kurzarbeit, Bildungskarenz Neu, Sicherungsgeld für KMU sowie Steuer-Absetzbarkeit von Firmen-Kfz und europäisch abgestimmte Anreiz-Aktionen

Wien (PWK006) - Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, forderte beim heutigen Autogipfel im Bundeskanzleramt eine rasche Unterstützung für die betroffenen Betriebe zur Beschäftigungssicherung und Standorterhaltung: "Wir brauchen einerseits zusätzliche arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie einen Ausbau der Kurzarbeit, eine Bildungskarenz Neu und ein Sicherungsgeld für Klein- und Mittelbetriebe, wenn sie Beschäftigungsverhältnisse außerhalb der Kurzarbeit aufrecht erhalten. Und andererseits müssen wir private und betriebliche Investitionen in Kfz-Anschaffungen so wie andere europäische Länder ankurbeln. Etwa durch die Einführung einer Verschrottungsprämie samt Neuregelung der NOVA oder durch die volle steuerliche Absetzbarkeit von Firmen-KFZ bei überwiegend betrieblicher Nutzung für zwei Jahre. Wir brauchen hier europäisch abgestimmte Aktionen."

Bei den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen spricht sich der WKÖ-Präsident für eine Verlängerung der Kurzarbeit bis 18 Monate auch für Betriebe ohne Betriebsrat aus. Dazu soll es - gefördert durch die öffentliche Hand - Kombinationsmöglichkeiten mit Qualifizierungsmaßnahmen geben. Die Lohnnebenkostendifferenz bei der Kurzarbeit soll ebenfalls durch die öffentliche Hand übernommen werden. Die Kosten für den Ausbau der Kurzarbeitsregelung belaufen sich auf 200 bis 250 Millionen Euro.

Für jene Betriebe, welche Kurzarbeit nicht in Anspruch nehmen, soll es eine geförderte Bildungskarenz Neu geben. Dies soll für alle Unternehmen, auch für kleine und mittlere Betriebe gelten. Für die KMU soll es zusätzlich auch ein sogenanntes Sicherungsgeld geben, wenn außerhalb der Kurzarbeit Arbeitsplätze aufrecht erhalten werden. Leitl: "Der Automobilsektor ist ein Schlüsselbereich für Österreich, rund ums Auto sind in Österreich über 175.000 Arbeitnehmer beschäftigt. Wir brauchen jetzt wirkungsvolle Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Beschäftigung, damit nicht qualifizierte Arbeitsplätze und wertvolles know how verloren gehen. Deshalb müssen wir beschäftigungspolitische airbags als Schutz gegen die internationale Autokrise einbauen."

Und nicht zuletzt müsse es AWS-Haftungsübernahmen für Überbrückungs- und Betriebsmittelkredite geben, um die Firmenfinanzierungen zu sichern, fordert Leitl: "Der Wert der automotiven Exporte beträgt über 21 Milliarden Euro oder ein Fünftel des gesamten Exportvolumens Österreichs. Um einen Einbruch 2009 bestmöglich abzumildern, Arbeitsplätze und Betriebe zu schützen, müssen wir jetzt rasch handeln." (RH)

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