Gaspanik: Wasserkraft-Reflexe sind keine Lösung!

Wien (OTS) - "Vernunft statt Opportunismus" fordert die Umweltorganisation VIRUS angesichts der aktuellen Gaskrise und kritisiert die vorhersehbaren Wasserkraft-Reflexe österreichischer Politiker und Funktionäre. "Der exzessive Wasserkraftausbau der Nachkriegszeit hat trotz Verfünffachung der Erzeugungskapazitäten zwischen 1955 und 1995 nicht zu einer Verringerung der Importabhängigkeit auch nur der Stromversorgung geführt, jetzt soll man nicht so tun, als würde der kümmerliche Rest alle Probleme lösen können", so VIRUS Sprecher Wolfgang Rehm.

Die Umweltorganisation weist darauf hin, dass bei der Raumwärme, dem Bereich des größten Erdgaseinsatzes sinnvollerweise Strom keine Rolle spielt und es demzufolge bei den Lektionen aus der Gaskrise nicht vorrangig um Kraftwerke geht. "Hier braucht es eine Offensive bei der thermischen Gebäudesanierung und der Nahwärmeversorgung, wo bleiben die Wärmedämmungs-Milliarden ?" appelliert Rehm.

Im Bereich der Elektrizitätsversorgung ist der Trend zum Gaskraftwerk trotz Lippenbekenntnissen ungebrochen. "Aktuell wurden die Murkraftwerke Gössendorf und Kalsdorf als Energieautarkie-Feigenblätter im Eiltempo vom Umweltsenat genehmigt, gleichzeitig soll bei Mellach ein Gaskraftwerk errichtet werden, dessen Erzeugungsvermögen allein in derselben Größenordnung liegt, wie der Masterplan Wasserkraft für Österreich insgesamt," rückt Rehm die Relationen zurecht. Im Gegensatz zu den anderslautenden Behauptungen des Verbandes der Elektrizitätswerke (VEÖ) im Ö1-Mittagsjournal reiche die Wasserkraft bei Trendfortschreibung bei weitem nicht zur Deckung des Stromverbrauchszuwachses aus. "7 Milliarden Kilowattstunden stehen bis 2020 einem Bedarf von 18 Milliarden gegenüber hier kann mit dem Masterplan nicht einmal der derzeitige Anteil gehalten werden, auf den Gesamtenergieverbrauch bezogen ist die Lücke noch größer," rechnet Rehm vor. Für die Umweltorganisation ist konsequenterweise die Lösung vorrangig bei einer Reduktion des absoluten Verbrauchs zu suchen. "Die werden wir aber nie erreichen, wenn nur angebotsorientiert geplant und finanziert wird," so Rehm.

Für VIRUS zeichnen die Äußerungen der Energiesprecher der Parlamentsparteien im Ö1-Morgenjournal ein katastrophales Bild vom Niveau österreichischer Energiepolitik. "Einer Bartenstein’schen Schwerpunktsetzung die Wasserkraft allem anderen voranzustellen, fehlt die fachliche Grundlage und auch sein SP-Kollege Katzian möge den Rechenstift Schnellschüssen vorziehen," so Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm
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