ÖVP Wien ad U-Kommission-Psychiatrie: Wann nimmt Marhold die rosarote Brille ab?

Eklatante Mängel wurden erst nach Beginn der U-Kommission abgestellt

Wien (OTS) - Nach den heutigen Aussagen von Wilhelm Marhold, dem Generaldirektor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) in der Sitzung der Untersuchungskommission zur Wiener Psychiatrie stelle sich die Frage, wieso im KAV seit einem Jahr, also mit Beginn der Untersuchungskommission, obwohl doch angeblich "alles bestens ist", noch rasch fehlende Notklingeln an den Netzbetten, moderne Brandmeldeanlagen und dergleichen angeschafft werden mussten, so LAbg. Ingrid Korosec und LAbg. Karin Praniess-Kastner, ÖVP-Mitglieder in der Untersuchungskommission.

Fehlende Investitionen bei Personal, sowohl bei ÄrztInnen als auch beim therapeutischen Personal, und mangelhaft Infrastruktur (Bausubstanz, Architektur) stellen, in Summe gesehen, für die PatientInnen bzw. auch Angehörige sehr wohl Missstände dar, auch wenn Generaldirektor Marhold dies anders sehe und reflexartig auf das Krankenhaus Nord verweise, obwohl dort noch nicht einmal der Baubeginn erfolgt ist.

"Generaldirektor Marhold verdient nicht schlecht, als Bürgermeister Häupl und der Bundeskanzler, daher erwartet die Bevölkerung auch deutlich mehr als bloßes ‚Schönreden’ der eklatanten Missstände, die von mehreren ÄrztInnen in der Untersuchungskommission aufgezeigt wurden", so Korosec und Praniess-Kastner.

Missstände in der Kinder- und Jugendpsychiatrie müssen rasch behoben werden

Auch beim Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie musste der KAV-Chef einmal mehr das erst 2015 verfügbare Krankenhaus Nord als Vision bemühen. "Ich frage mich, was Kinder und Jugendliche, die derzeit aufgrund des eklatanten Platzmangels noch immer in der Erwachsenenpsychiatrie behandelt werden, von Marholds Versprechen und Hinweisen auf die zukünftigen Abteilung im Krankenhaus Nord haben", so Korosec, die in diesem Zusammenhang einmal mehr darauf hinwies, dass ÄrztInnen oft erst nach mehrfachem herumtelefonieren einen adäquaten Betreuungsplatz für die jungen PatientInnen finden.

Zehn zusätzliche Betten am Rosenhügel (bzw. vier am AKH) können nicht darüber hinwegtäuschen, dass seit Jahren keine entsprechenden Initiativen bei den Kapazitäten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gesetzt wurden. "Hier muss der Generaldirektor sofort den Dialog mit den verantwortlichen EntscheidungsträgerInnen auf Stadtratsebene suchen. Die berechtigten Anliegen der Wiener PatientInnen nach fachgerechter medizinischer Versorgung einfach mit dem Hinweis auf künftige ‚Wohlfühlkrankenhäuser’, die es in Wahrheit noch nicht gibt, abzutun, ist sicher keine Lösung", betont Karin Praniess-Kastner.

Es sei daher für die SP-Stadtregierung wahrlich höchste Zeit, so Korosec und Praniess-Kastner abschließend, sich davon zu verabschieden, mit einem Verweis auf die mittlerweile fast 30 Jahre zurückliegende Wiener Psychiatriereform weiter im alten Trott zu verharren.

Rückfragen & Kontakt:

ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: (++43-1) 4000 / 81 913
Fax: (++43-1) 4000 / 99 819 60
presse.klub@oevp-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR0003