"Europa ist heute Missionsland"

Kardinal Schönborn kündigt "große Diözesanmission" für die Erzdiözese Wien an

Wien, 6.1.09 (KAP) "Europa ist heute Missionsland": Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn im Wiener Stephansdom beim Hochamt zum Dreikönigsfest. Als Beispiel nannte er die Erfahrungen eines in Chemnitz tätigen Wiener Priesters: Dort seien 90 Prozent der Bevölkerung nicht getauft, nur insgesamt zehn Prozent seien evangelische oder katholische Christen. Auch in Wien gebe es unter dem Titel "Apostelgeschichte 2010" das Projekt einer "großen Diözesanmission", betonte Kardinal Schönborn. Wie in anderen Metropolen gebe es auch in der österreichischen Bundeshauptstadt viele Menschen, die "nicht mehr" oder "noch nicht" wissen, wer Christus ist und was "der christliche Glaube für das Leben bedeutet".

Für die suchenden Menschen von heute gebe es drei Wege zu Gott, sagte der Wiener Erzbischof: Die Natur, die Bibel, die Freude. Auch die Geschichte der Heiligen Drei Könige - wahrscheinlich "Sterndeuter" aus dem mesopotamischen Raum - zeige, dass die Beobachtung der Natur für sie der erste Hinweis gewesen sei. Kardinal Schönborn berichtete in seiner Predigt, dass er vor zwei Monaten mit Francis Collins, einem der führenden Genetiker der Gegenwart, zusammengetroffen sei, der ihm seinen Weg zum Glauben an Christus geschildert habe. Collins sei nicht durch ein "mystisches Erlebnis", sondern durch die Vernunft, die Beobachtung der Natur, die "unfassbare Komplexität des Genoms" zum Glauben gekommen: "Das Wunder des Lebens, die Schöpfung, spricht vom Schöpfer". Collins ist der Leiter des erfolgreichen "Human Genome Project", dem es gelang, eine komplette menschliche DNA-Sequenz zu entschlüsseln.

Ohne die Deutung der Heiligen Schrift hätten aber auch die Astronomen aus Mesopotamien nicht den Weg zu Christus gefunden, erinnerte Kardinal Schönborn. Deshalb sage der Heilige Hieronymus, der große Kirchenvater und Bibelübersetzer, der in Jerusalem lebte, die Heilige Schrift nicht zu kennen, bedeute, Christus nicht zu kennen. Auch das Zweite Vatikanische Konzil sage ganz klar, dass in der Heiligen Schrift Gott "wie ein Vater" zu seinen Kindern spricht.

Im biblischen Bericht über den Weg der "Weisen" zu Jesus sei von ihrer "unaussprechlichen Freude" die Rede, dass sie "Gott entdeckt hatten" oder dass "sie von Gott gefunden wurden". Die Freude sei offensichtlich ein "Lockruf der Gnade Gottes", so der Wiener Erzbischof. (ende)

Und Francis
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