Wlodkowski: Erneuerbare Energie statt fossiler Abhängigkeit

Energiewende: 80.000 neue Arbeitsplätze; Geld bleibt in Österreich

Wien (OTS) - "Unsere überaus riskante Abhängigkeit von fossiler Energie wird uns dieser Tage wieder dramatisch vor Augen geführt. Waren es im Sommer astronomische Treibstoffpreise, die Konsumenten, Wirtschaft und auch die Bauern schwer belastet haben, so wirkt sich heute der Lieferstopp russischen Erdgases äußerst kritisch auf Menschen und Wirtschaft in der EU aus. Es ist höchste Zeit, mit einer Offensive in Richtung erneuerbare Energie gegenzusteuern. Basis eines solchen längst notwendigen Schrittes soll dabei das im Dezember beschlossene EU-Klima- und Energiepaket sein. Die Vorteile einer raschen Umsetzung liegen nicht nur in einem bitterkalten Winter auf der Hand: Weniger Abhängigkeit von Lieferländern, das sonst ins Ausland abfließende Geld kann im Inland investiert werden, dem Klima wird spürbar geholfen und allein in Österreich können bis zu 80.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden", erklärte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, zur momentanen Gaskrise.

Regierungsprogramm umsetzen

"Im Regierungsprogramm der Bundesregierung findet sich ebenfalls ein eindeutiges Bekenntnis zum Klima- und Energiepaket der EU. Nun gilt es, rasch und auf sehr breiter Basis dieser politischen Willenserklärung die Umsetzung folgen zu lassen. Die für den Ausbau der erneuerbaren Energie und die Steigerung der Energieeffizienz notwendigen Investitionssummen finden im Konjunkturpaket der Bundesregierung Platz. Denn kaum eine Maßnahme hätte derart umfassende positive Auswirkungen auf Wirtschaft, Forschung, Arbeitsmarkt und nicht zuletzt auch auf die Land- und Forstwirtschaft", stellte Wlodkowski fest.

Wärmeversorgung rasch umstellen, Ökostrom konsequent ausbauen

"Um die ambitionierten EU-Vorgaben beim Klimaschutz zu erfüllen, muss der Anteil an erneuerbarer Energie bis 2020 von 23 auf 34% angehoben und die Treibhausgas-Emissionen um 20% unter das jetzige Niveau gesenkt werden. Der Schlüssel dafür liegt in der radikalen Umstellung der Wärmeversorgung und im weiteren Ausbau der Ökostromproduktion. Wie Experten errechnet haben, kann der Wärmebedarf innerhalb von zehn Jahren um ein Viertel gesenkt, der Anteil der mit Öl und Gas beheizten Häuser halbiert und der Beitrag der Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energiequellen um die Hälfte erhöht werden. Dazu wären jährlich Investitionen in der Höhe von etwa EUR 4 Mrd. notwendig, die bis zu 80.000 neue Arbeitsplätze schaffen", ergänzte Wlodkowski. Derzeit sichert die österreichische Umwelttechnik-Industrie 25.000 Arbeitsplätze. Der Umsatz der gesamten Branche beträgt jährlich EUR 6 Mrd.

"Aber nicht nur im Wärme-, sondern auch im Ökostrombereich müssen rasch positive Rahmenbedingungen geschaffen werden. Der derzeitige Stillstand beim Ökostromausbau durch untaugliche Gesetze und Verordnungen ist ein untragbarer Zustand. Wir müssen alle Potenziale für erneuerbare Energie optimal nutzen, dazu gehören auch neue Ökostromanlagen in allen Technologiebereichen", zeigte sich Wlodkowski überzeugt.

Land- und Forstwirtschaft sind bereit

"Österreichs Bauern sind bereit und in der Lage, aktiv am Umbau unseres Energiesystems mitzuwirken. Sie können dies tun, ohne in irgendeiner Weise die Basis für die menschliche Ernährung oder für die Fütterung der Tiere zu schmälern. Im Gegenteil: Gerade die Bioethanolanlage in Pischelsdorf zeigt, dass dadurch die Abhängigkeit von importierten Eiweißfuttermitteln spürbar gesenkt werden konnte. Wir werden unseren Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energie leisten. Dies wird umso intensiver und rascher gelingen, als notwendige Investitionsgelder zur Verfügung gestellt werden. Denn jetzt geht es nicht darum, kurzfristig die billigste Energie mit dem höchsten Risiko zu propagieren, sondern nachhaltig wirksame Konzepte für die sichere Energieversorgung Österreichs zu entwickeln. Nur weitere Gasleitungen und Gaskraftwerke zu bauen, wäre sicher der falsche Weg", so Wlodkowski.

"In der österreichischen Land- und Forstwirtschaft haben wir gelernt, langfristig und über Generationen hinweg zu denken und unsere Entscheidungen darauf auszurichten. Deswegen treten wir bereits seit Jahrzehnten konsequent für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger ein. Die momentane Versorgungskrise bei Gas bestärkt uns in der langjährigen Forderung, möglichst rasch alle Potenziale für erneuerbaren Energie zu nutzen und rechtzeitig unsere brisante Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren", stellte Wlodkowski fest.
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