Neues Volksblatt: "Streit ums Erbe" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 7. Jänner 2009

Linz (OTS) - Die feine Klinge war nie die Waffe des Jörg Haider in der politischen Auseinandersetzung; Rücksicht auf Andere war nicht seine Stärke. Doch bei aller Distanz zu Stil und Inhalt seiner Politik lässt einen die Art und Weise erschauern, wie der tote Jörg Haider samt seiner Familie in der Auseinandersetzung zwischen BZÖ und FPÖ benutzt wird, speziell im Kärntner Landtagswahlkampf. "Er ruhe in Frieden!" gilt nicht mehr. Das Motto lautet: Toter Indianer, guter Indianer.
Da spielt es keine Rolle mehr, dass FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache vor der Nationalratswahl Jörg Haider öffentlich das Du-Wort entzogen und ihm vorgeworfen hat, die Partei "verraten und verkauft" zu haben. Heute liefert sich der FPÖ-Chef mit der Kärntner BZÖ-Spitze einen peinlichen Wettstreit, wie man den "großen Kärntner" am besten würdigen soll.
Was interessiert mich, was gestern war? Im Streit um das politische Erbe Jörg Haiders ist jedes Mittel recht.
Die besondere Tragik dabei ist, dass es Jörg Haiders politischen Ziehsöhne sind, die ihren früheren Freund und Mentor hemmungslos politisch ausschlachten.
Strache und Co. haben bei Jörg Haider gelernt. Nicht nur Gutes, wie es scheint, denn "der Zweck heiligt die Mittel" ist eine gefährliche Leitlinie, vor allem in der Politik.

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