WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Kampf dem(Krisen-)Kater - von Robert Gillinger

Bei all den Bad News tut ein Funke Hoffnung gut

Wien (OTS) - Silvester ist vorbei, der Kater aber geblieben. Wohin der Blick auch schweift, er möchte sich am liebsten abwenden: In Singapur dürfte die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal ’08 um 12,5 (!) Prozent geschrumpft sein - 12,0 werden für den Wirtschaftsgiganten Japan veranschlagt; Südkoreas Exporte fallen im Dezember um 17,4 Prozent; Weißrussland braucht Gelder vom IWF und wertet die Währung um 20 Prozent ab - selbst das Kern-Euroland Belgien greift auf IWF-Hilfe zurück; in Deutschland wird laut Creditforum ein Anstieg der Firmenpleiten um 17 Prozent befürchtet; laut deutschem Einkaufsmanagerindex wird die Industrie unseres wichtigsten Handelspartners in den nächsten Monaten stark wie nie schrumpfen; in Österreich stieg die Arbeitslosigkeit im Dezember gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozent. Und last, but not least: Laut unserem ALC-Monitor (siehe Seite 2) werden Österreichs Unternehmen ihre Investitionen besonders drastisch einschränken. Wer jetzt keinen Silvester-Kater mehr sein Eigen nennt, der Schädel wird nach all den zu Jahresbeginn auf uns hereinstürzenden Bad News trotzdem brummen.

Doch wenn wir den Kopf in den Sand stecken, geht auch nicht viel weiter. Und an der Börse beginnt ohnehin jeden Tag ein neues Spiel. Apropos Börse: Haben Sie nach dem Horror-Jahr 2008 der Aktie auf immer und ewig abgeschworen? Außer dass meine Überzeugung ist, dass diese Anlage langfristig den meisten anderen überlegen ist, könnte sich sogar kurzfristig eine Welle der Besserung einstellen. Zumindest beginnt sich das Glas schön langsam zu füllen. Dazu ein Blick auf eine alte Börsenweisheit - den Jänner-Indikator. Denn laut Weisheit macht die Börse während des Jahres das, was sie im Jänner aufs Parkett gezaubert hat. Da nicht alle einen ganzen Monat mit gefalteten Händen der Börse nichtstuend zusehen wollen, haben ein paar ganz Geschwinde den Jänner-Indikator auf die ersten drei Handelstage eines Börsejahres zusammengestutzt und das ebenfalls empirisch belegt. Gut, so werden Sie jetzt sagen, Statistik zeigt immer das, was der Ersteller zeigen will. Also haben wir nachgeprüft und die Wiener Börse - eigentlich wurde die Jänner-Theorie für den Dow Jones entwickelt - seit 2000 unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: In 88,9 Prozent der Fälle spiegelte die Tendenz der ersten drei Tage die tatsächliche Jahresentwicklung korrekt wider. Vor diesem Hintergrund schwinden die Kopfschmerzen bereits ein wenig, wenn wir uns den ATX zu Jahresbeginn ’09 ansehen: Der erste Tag ist erfolgreich abgeschlossen. Der erste Stein auf dem Weg in eine bessere (Börsen-)Zukunft ist gelegt...

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