Prammer: Frauen-Benachteiligung eine große Herausforderung für 2009 NR-Präsidentin sieht Einkommensbericht des RH als politischen Auftrag

Wien (PK) - "Alarmierend" ist für Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) der Einkommensbericht des Rechnungshofes für die Jahre 2006 und 2007, der heute dem Parlament übermittelt wurde. Demnach ist die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen noch weiter aufgegangen.

"Einmal mehr wird deutlich, wie wichtig es ist, hier gegenzusteuern", sagt Prammer. "Das wird eine der großen politischen Herausforderungen im kommenden Jahr sein, in diesem Bereich deutliche Akzente zu setzen." Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten bestehe die Gefahr, dass diese Kluft noch größer werde.

Die Benachteiligung der Frauen zieht sich durch sämtliche Berufs- und Altersgruppen. Laut dem Bericht kommen in der Privatwirtschaft weibliche Angestellte auf 49 Prozent des mittleren Männereinkommens, Arbeiterinnen gar nur auf 44 Prozent.

Einen wesentlichen Grund für die enormen Unterschiede ortet Prammer in der Tatsache, dass sich 39 Prozent aller erwerbstätigen Frauen in einem Teilzeitarbeitsverhältnis befinden. Zum Vergleich: Bei den Männern sind es nur vier Prozent. Prammer dazu: "Wenn man die Schere schließen will, muss man möglichst vielen Frauen Vollzeittätigkeit ermöglichen." Voraussetzung dafür sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Prammer nennt in diesem Zusammenhang einkommensabhängiges Kindergeld und "Papamonat". Beide Vorhaben sollen in den kommenden Monaten zügig verhandelt und mit Anfang 2010 eingeführt werden.

Bezüglich Gratis-Kindergartenjahr ist Prammer optimistisch. Die meisten der dafür zuständigen Bundesländer hätten konstruktive Verhandlungen mit dem Bund zugesichert.

Nicht zuletzt sind Frauen überproportional in Dienstleistungs- und Hilfstätigkeiten - und somit in traditionell schlecht bezahlten Berufen - zu finden. Prammer verweist daher auch auf die im Regierungsprogramm festgeschriebenen beschäftigungspolitischen Maßnahmen. So sollen Frauen gezielt ermutigt und unterstützt werden, qualifizierte Berufsausbildungen mit guten Zukunfts- und Einkommenschancen zu ergreifen. (Schluss)

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