E-Control: Strom-Netztarife sinken für 2009

Strom-Netztarife sinken - Anpassungen werden ab 1. Jänner 2009 wirksam

Wien (OTS) - Im Bereich Stromnetze kommt mit 1. Jänner 2009 eine Anpassung der Netznutzungs- und Netzverlustentgelte, die durch die europäische Strompreisentwicklung, die hohe Inflation sowie eine faire und transparente Kostenbelastung für Einspeiser und Entnehmer geprägt wird.

E-Control senkt Strom- Netztarife für 2009

Durch die seit 1. Jänner 2006 eingeführte Anreizregulierung konnten die Netztarife trotz hoher Inflation (Netzbetreiberpreisindex auf 3,4%,) um 1% gesenkt werden. "Die Anreizregulierung Strom gewährleistet neben einer hohen Versorgungssicherheit auch eine Kostenentwicklung, die gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht auch noch zusätzlich als Kostentreiber wirkt", erklärt Walter Boltz, Geschäftsführer der Energie-Control GmbH.

Maßgebliche Neuerungen der Verordnung

Pumpstrom nicht mehr von Netznutzungs- und Netzverlustentgelten befreit

Bisher mussten den Großteil der Netzkosten die Konsumenten tragen, der Bezug von Strom durch Pumpspeicherkraftwerke war befreit. Damit dieses Ungleichgewicht abgestellt wird, werden den Betreibern von Pumpspeicherkraftwerken nunmehr Systemnutzungstarife in angemessener Höhe verrechnet. Die Tarifierung von Pumpstrom trägt zu einer Entlastung der Entnehmer von rund 4 Mio. EUR bei.

Marktentwicklungen erhöhen Netzverlustkosten - Kosten fair verteilt

Aufgrund der Marktentwicklungen am Großhandelsmarkt erhöhen sich auch die Netzverlustkosten, die durch die Netzbetreiber zu tragen sind. Diese gestiegenen Kosten werden nunmehr auch von Einspeisern (Kraftwerken) größer 5 MW getragen, wodurch wiederum die Entnehmer nicht die volle zusätzliche Belastung zu spüren bekommen. "Dies ist eine kostenverursachungsgerechte, transparente und faire Betrachtung - auch Einspeiser müssen in Zukunft für verursachte Kosten aufkommen, so Boltz.

Entlastung von Ökostromanlagen bis 5 MW gelungen

Im Bereich der Einspeiser bis 5 MW - hierbei sind im wesentlichen geförderte Ökostromanlagen betroffen - ist es zu einer wesentlichen Entlastung gekommen. Bisher hatten sämtliche Erzeugungsanlagen mit einer Leistung von mehr als 1 MW Systemdienstleistungsentgelte zu entrichten. Durch die Anhebung der Grenze von 1 MW auf 5 MW Leistung werden Ökostromanlagen nun maßgeblich entlastet und es wird ein weiterer Beitrag für dezentrale Erzeugung geleistet. "Für ein Kleinwasserkraftwerk mit einer Leistung von 4 MW konnte somit zum Beispiel eine Entlastung von mehr als 20.000 EUR pro Jahr erreicht werden," so Boltz.

Belastung von großen Ökostromanlagen moderat und vertretbar

Tatsächlich betroffen von der Erhöhung des Systemdienstleistungsentgeltes und der Verrechnung der Netzverluste sind rund 60 große Windparks, 10 große Biomasseanlagen und etwa 70 Wasserkraftanlagen, wobei gerade diese Wasserkraftanlagen vorwiegend keine Einspeisetarife gemäß Ökostromverordnung erhalten und frei am Markt agieren, weil sie dort bereits mehr verdienen als durch die verordneten Einspeisetarife. Bei einem größeren Windpark im Burgenland können diese Mehrbelastungen innerhalb von 20 bis 30 Betriebsstunden pro Jahr erwirtschaftet werden. "Windkraftinvestoren haben in den letzten Jahren von positiven Entwicklungen massiv profitiert: Für viele Investitionen wurde eine Zuwachsprämie gewährt und an vielen Standorten konnten aufgrund höherer als ursprünglich angenommener Volllaststunden gute Stromerträge erzielt werden. Große Windkraftbetreiber verzeichnen häufig eine Umsatzrentabilität von 25% und mehr. Dass die geringen Belastungen durch die neuen Tarife die Wirtschaftlichkeit nicht gefährden, liegt auf der Hand ", erklärt Boltz.

Im Bereich Biomasse ist die Volatilität der Brennstoffkosten um ein vielfaches höher als die Auswirkungen der Erhöhung des Systemdienstleistungsentgeltes und der Einführung von Netzverlusten für Einspeiser. Für die vergangenen eineinhalb Jahre wird z.B. ein Rückgang des Energieholz-Preisindex um etwa 10 % von der Landwirtschaftskammer Österreich ausgewiesen.

Verordnung führt zu Entlastung der Kunden

Boltz schließt Strompreiserhöhungen durch die Verordnung für die Verbraucher dezidiert aus. "Diese könnten nur dann auftreten, wenn die heimischen Unternehmen am österreichisch-deutschen Großhandelsmarkt Marktmacht hätten, wovon ich aber nicht ausgehe", sagt Boltz. "Sonst müsste man ja die Preiserhöhungen des letzten Jahres umgehend wettbewerbsrechtlich prüfen." Und weiter: "Ganz im Gegenteil, die Einführung der Netzverlustentgelte für Einspeiser sowie die Tarifierung des Pumpstrombezugs führen zu einer wesentlichen Entlastung der Konsumenten."

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