Neue Verordnung für Systemnutzungstarife GAS

Versorgungssicherheit und Investitionen ins Erdgasnetz gesichert - Anpassungen werden ab 1. Jänner wirksam

Wien (OTS) - Im Bereich Gasnetze wird es mit 1. Jänner 2009 eine weitere Anpassung der Netznutzungstarife geben, wobei die aktuellen Änderungen im Wesentlichen durch die Investitionen in Fernleitungen und Verteilleitungen, die hohe Inflation sowie eine faire und transparente Kostenverteilung auf alle Kunden geprägt ist.

Anreizregulierung Gas senkt Netznutzungstarife kontinuierlich

Durch die seit 1. Februar 2008 eingeführte Anreizregulierung konnten die Netztarife trotz hoher Inflation der letzten Tarifperiode (Netzbetreiberpreisindex auf 3,4%,) wiederum gesenkt werden. "Wie auch im Strom führt die Anreizregulierung Gas zu einer moderaten Kostenentwicklung, die notwendige Investitionen in die Gasinfrastruktur ermöglicht und gleichzeitig auch keinen zusätzlichen Beitrag zur bereits hohen Inflation darstellt," erklärt Walter Boltz, Geschäftsführer der Energie-Control GmbH. Und weiter: "Dass durch die Mengenentwicklungen der letzten - warmen - Jahre die Tarifierungsmenge gesunken ist und es dadurch in einzelnen Bundesländern zu Tariferhöhungen kommen musste, ist bedauerlich". Boltz zeigt sich aber überzeugt davon, dass es gerade durch die Berücksichtigung dieser überdurchschnittlich warmen Jahre zukünftig auch flächendeckend wieder zu Senkungen der Netztarife kommen wird.

Investitionen erhöhen überregionale Versorgungssicherheit

Investitionen in das Erdgasnetz erhöhen die überregionale Versorgungssicherheit und ermöglichen neuen Kunden den Anschluss an das Erdgasnetz. Diese Investitionen im Bereich der Erdgasdrehscheibe Baumgarten werden durch die OMV Gas GmbH sowie weitere Investitionen in Fernleitungen des Leitungssystems der EVN Netz GmbH und der Gasnetz Steiermark GmbH getätigt.

Durch diese Ausbauten werden rund 400 km neue Rohrleitungen verlegt und die Netzbetreiber investieren in den nächsten Jahren 450 Mio. EUR. Bereits im Rahmen dieser Tarifierung wurden Investitionskosten (Zinsen und Abschreibungen) von rd. 3 Mio. EUR berücksichtigt. Dadurch wird die Versorgungssicherheit erhöht und der Kapazitätsbedarf abgedeckt; die Infrastrukturprojekte tragen zur Standortattraktivität bei. "Im Rahmen der Verhandlungen mit den Gasnetzbetreibern konnte eine Systematik gefunden werden, diese Investitionen einerseits zu realisieren und andererseits die Kunden nicht über Gebühr zu belasten," zeigt sich Boltz zufrieden.

Investitions- und Betriebskostenfaktor sichert die Erweiterung der Gasnetze

Um auch im Verteilnetz Investitionen und zusätzliche Betriebskosten während der Anreizregulierung abdecken zu können, wurden erstmals Investitions- und Betriebskostenfaktoren eingeführt. Diese stellen sicher, dass Verteilnetzbetreiber ihre bestehenden Gasnetze sicher und zuverlässig betreiben können und darüber hinaus auch Erweiterungen zur Gewinnung neuer Kunden ermöglicht werden. Alleine für das Geschäftsjahr 2007 wurden Investitionskosten (Zinsen und Abschreibungen) von rd. 8,8 Mio. EUR berücksichtigt, die einen Anteil von rund 2% der Gesamtkosten aller Gasnetzbetreiber betragen. Für eine nachhaltig agierende Branche mit derart langen Investitionszyklen wie die Gaswirtschaft sind Planungs-, Investitions- und Rechtssicherheit unerlässliche Parameter. Gleichzeitig werden auch die Interessen der Kunden, nämlich eine kostengünstige und effiziente Versorgung, gewährleistet.

Einführung der Mindestleistung verteilt Kosten gerecht auf alle Kunden

Neu aufgenommen wurde in der Verordnung, dass leistungsgemessene Kunden (großes Gewerbe, Industrie und Kraftwerke) den Leistungspreis zumindest für 20% der vertraglich vereinbarten Leistung unabhängig vom tatsächlichen Verbrauchsverhalten zu zahlen haben.

Grund für die Einführung des Mindestleistungsentgelts ist, dass viele leistungsgemessene Kunden Erdgas nur noch zur Abdeckung von Spitzen bzw. zur Reservehaltung einsetzen, wobei aber gleichzeitig sämtliche Kapazitäten des Erdgasnetzes hierfür vorgehalten werden müssen. Dadurch entstehen Kosten, die in der Vergangenheit durch sämtliche anderen Kunden zu tragen wären. Die Belastung durch die Einführung der Mindestleistung geht über ein vergleichbares Ausmaß wie bei Haushaltskunden, die ebenfalls unabhängig vom Verbrauch eine monatliche Pauschale zu bezahlen haben, nicht hinaus. "Durch die Einführung der Mindestleistung wird ein Lenkungseffekt zur effizienten Nutzung der bestehenden Gasinfrastruktur eintreten und ein bestmöglicher Umgang mit bestehenden Kapazitäten gewährleistet," so Boltz abschließend.

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Energie Control GmbH
Mag. Claudia Riebler
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