AKNÖ-Vize Brigitte Adler und Pfarrer Helmut Schüller: "Passt mir auf den Sonntag auf"

Gemeinsame Botschaft: Zwischen arbeiten und konsumieren eine Pause einlegen

Wien (AKNÖ) - Monsignore Helmut Schüller und AKNö-Vizepräsidentin Brigitte Adler wandten sich gestern, Donnertag, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit einem eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit: Die Sonn- und Feiertage müssen als Pause zwischen arbeiten und konsumieren erhalten bleiben. Beide riefen dazu auf, "mit der Bewirtschaftung von allem und jedem aufzuhören". Die Sonn- und Feiertage sind vielen ein Dorn im Auge, weil "sie sich noch nicht zu Geld machen lassen."

Besonderes Augenmerk legten der Kirchen- und die Arbeitnehmervertreterin auf die Sozial- und Betreuungsberufe, für die die Weihnachtsfeiertage eine besondere Belastung darstellen. "Die Sozialberufe müssen auf die Menschen schauen, die selbst nichts anzubieten haben, um sich interessant zu machen", meine Msgr. Schüller. "Beide, die Betreuten und die Betreuerinnen sind sozial schlecht aufgestellt."

AKNÖ-Adler fordert Arbeitszeitverkürzung für Sozial- und Betreuungsberufe "Die emotionale Belastung der Sozialberufe ist enorm", sagte Brigitte Adler, "zur Trennung von Partnern und Kindern bei unvermeidlichen Nacht- und Feiertagsdiensten kommt die Zuwendung an die PatientInnen". Deshalb fordert die AKNö-Vizepräsidentin "eine Arbeitszeitverkürzung für Sozialberufe. Die Pausen zwischen den Diensten reichen nicht mehr aus". Adler nahm auch auf den hohen Frauenanteil Bezug: "Es ist uns nicht angeboren, zu einem niedrigen Lohn zu helfen und zu pflegen."

Gesundheitsexperte Dr. Bernhard Rupp fordert klar strukturierte Arbeits- und freie Zeiten

Auch die Gesundheitsberufe unterliegen dem Druck nach absoluter Flexibilisierung der Arbeitszeiten, kritisierte AKNÖ-Gesundheitsexperte Rupp: "Alles und jeder sollte jederzeit verfügbar sein. Das ist krank und da macht krank." So haben die psychischen Krankheiten bereits alle anderen Erkrankungen als Grund für Berufsunfähigkeitspension überholt. Rupp. "Mit ein Grund sind die ausgefransten Arbeitszeiten und die emotionalen Belastungen, mit denen die ArbeitnehmerInnen in den Dienstleistungsberufen nicht mehr fertig werden." In der Sozialwirtschaft arbeiten bereits 10 % aller Beschäftigten und ist somit zum größten Arbeitgeber geworden. Rupp:
"Wenn es den Beschäftigten in der größten Branche nicht gut geht, geht es auch der Wirtschaft nicht gut."
Rückfragen: Dr. Bernhard Rupp, Tel. 05-7171-1272.

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