Wutscher: Impfung gegen Blauzungenkrankheit in Österreich notwendig

Rückverfolgbarkeit und Etikettierung von Schweinefleisch umsetzen

Wien (OTS) - "Die mittlerweile elf entdeckten Fälle von Blauzungenkrankheit in Österreich bestätigen die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Impfung in den nächsten Monaten", stellte Walfried Wutscher, Vorsitzender des Ausschusses für Viehwirtschaft der LK Österreich und Präsident der LK Kärnten, fest. "Die Auswirkungen der Erkrankung auf die Tiere sind so gravierend, dass bei einer Nutzenabwägung die Vorteile der Impfung eindeutig überwiegen. Die vielen fachlichen Diskussionen im Ausschuss für Viehwirtschaft bestätigen die dargelegte Vorgangsweise in der Umsetzung durch die Veterinärbehörden, damit die Weidesaison im Frühjahr 2009 wieder ohne Einschränkungen und Gefahren für den Tierbestand beginnen kann."

Noch ist Schutz möglich

"In den betroffenen Regionen der Niederlande, Norddeutschlands und Frankreichs war die Blauzungenkrankheit nicht nur für tausende Todesfälle bei Rindern und Schafen verantwortlich, sondern auch für einen deutlichen Rückgang der Milchproduktion. Die Turbulenzen in der europäischen Milchmarktentwicklung hatten auch mit dem massenhaften Ausbruch dieser Krankheit und einem starken Rückgang der Milchleistung erkrankter Tiere zu tun. Davor kann der österreichische Tierbestand mit einer flächendeckenden Impfung bewahrt werden. Gerade Weide- und Freilandhaltung sind der Ansteckungsgefahr am ehesten ausgesetzt. Tiertransporte aus "bluetongue"-betroffenen Regionen nach Österreich konnten gemäß EU-Tierseuchenbestimmungen nur bis Ende 2007 eingeschränkt werden. Aus Sicht der Interessenvertretung sollten daher Einfuhren von Zucht- und Nutzrindern nur unter Beachtung der veterinären Vorsichtsmaßnahmen vorgenommen werden", so Wutscher weiter.

Rückverfolgbarkeit und Etikettierung von Schweinefleisch umsetzen

Aus Anlass der aktuellen Verunsicherung rund um irisches Schweinefleisch hält Wutscher aus Sicht der Landwirtschaft fest: "Die österreichischen Tierhalter setzen die Vorgaben des EU-Tierkennzeichnungsrechtes seit vielen Jahren bei allen landwirtschaftlichen Nutztieren wie Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen vorbildlich um. Es ist völlig unverständlich, wenn irische Schweine zur Schlachtung nach Deutschland gebracht werden müssen, damit daraus der 'echte regional-österreichische Speck' gemacht werden kann. Das versteht kein Verbraucher und kein Landwirt und wird auch aus Sicht der landwirtschaftlichen Interessenvertretung sehr kritisch gesehen. Der durch die Produktgestaltung und das Marketing über Ursprung oder Herkunft aus Österreich erweckte Eindruck beim Verbraucher ist oft kaufentscheidend. Daher müssen Aussagen und Auslobung mit Herkunftsbezug der Rohstoffe mit einem sicheren und extern kontrollierten System wie dem AMA-Gütesiegel abgesichert werden", verlangte Wutscher.

"Alle österreichischen Tierhalter und Tiere sind in einer zentralen Datenbank gespeichert und werden kontrolliert. Damit ist -so wie bei Rindfleisch - die Grundlage für eine Kennzeichnung gegeben und die Weiterführung auf den nächsten Stufen möglich. Die Rückverfolgbarkeit und Produktionskontrolle in der Landwirtschaft ist heute gewährleistet. Bei Schlachtschweinen wurde vor Jahren eine unverwechselbare sichere Kennzeichnung in Form einer Tätowierung eingeführt, die für alle nachfolgenden Stufen der Verarbeitung und der Vermarktung eine sichere Basis bildet, damit österreichisches Schweinefleisch in der Frischfleischtheke zweifelsfrei ausgelobt werden kann", erklärte Wutscher.
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