Kaske fordert nationalen Aktionsplan für Beschäftigung

Mehr Geld für AMS und koordinierte Vorgangsweise nötig

Wien (vida/ÖGB) - Die aktuelle Wirtschaftskrise ist die größte Herausforderung für Politik und Wirtschaft seit Jahrzehnten. Sie kann nur gemeinsam bewältigt werden, wir brauchen dazu einen nationalen Aktionsplan für Beschäftigung", sagt ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Rudolf Kaske zu der heute präsentierten Wirtschaftsprognose des WIFO. Bund, Länder, Gemeinden, Wirtschaft und Sozialpartner müssten gemeinsam ein abgestimmtes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit entwerfen, so Kaske weiter.++++

Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) geht in seiner Prognose davon aus, dass die österreichische Wirtschaft 2009 um 0,5 Prozent schrumpfen wird. Die Zahl der Arbeitslosen steigt im kommenden Jahr laut der Prognose um 27.000 Personen an.

Kaske fordert für 2009 die "hundertprozentige Umsetzung" der bereits beschlossenen Ausbildungsgarantie für Jugendliche. "Man sieht gerade anhand der Unruhen in Griechenland, aber auch in Frankreich, wozu es führt, wenn die Jugend keine Zukunftsperspektive vorfindet", warnt Kaske. Der Ausbau von Qualifizierungsprogrammen sei aber auch für andere Gruppen, die besonders vom Arbeitsplatzverlust bedroht seien, nötig. "Dazu gehören Maßnahmen für ältere ArbeitnehmerInnen und im Speziellen für ZeitarbeiterInnen. Sie sind derzeit am stärksten vom Jobabbau betroffen", so Kaske. Der ÖGB-Arbeitsmarktsprecher unterstützt die Forderung nach branchenspezifischen Stiftungsprogrammen für arbeitslose ZeitarbeiterInnen.

Zur Intensivierung der Qualifizierungsprogramme brauche das AMS zeitgerecht mehr Geldmittel. "Wir unterstützen Sozial- und Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer in seiner Forderung um ausreichende Ressourcen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit", so Kaske.

Zusätzlich verlangt der ÖGB-Arbeitsmarktsprecher von der Regierung Druck auf andere europäische Staaten bezüglich einer europäischen Beschäftigungsinitiative. "Das EU-Konjunkturpaket muss rasch umgesetzt werden, alle Mitgliedsstaaten müssen Maßnahmen zur Sicherung der Beschäftigung schnüren. Jene Mitgliedsstaaten, die da noch zaudern, müssen zu einem gemeinsamen und raschen Handeln bewegt werden", so Kaske in Anspielung auf das zögerliche Vorgehen Deutschlands. Denn auf nationalstaatlicher Ebene allein sei die Krise nicht bewältigbar. "Wir brauchen ein gemeinsames Vorgehen der europäischen und internationalen Staatengemeinschaft", so Kaske abschließend.

ÖGB, 19. Dezember 2008 Nr. 783

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