ÖAMTC: Anzahl der getöteten Fußgänger 2008 gestiegen

Verkehrspsychologin fordert erhöhte Aufmerksamkeit von beiden Seiten

Wien (OTS) - Mindestens zwei Menschen starben am Wochenende als Fußgänger auf Österreichs Straßen. Damit setzt sich eine schwarze Serie fort. "Von Jänner bis Oktober 2008 verunfallten um acht Prozent mehr Fußgänger tödlich auf Österreichs Straßen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres", erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Im Jahr 2007 gab es in ganz Österreich insgesamt 4.323 Unfälle mit Fußgängern. Dabei wurden 4.309 Menschen verletzt, 108 Fußgänger starben. Mit 767 Unfällen führt Oberösterreich in der unrühmlichen Statistik vor der Steiermark (604) und Niederösterreich (526). Die meisten Fußgängerunfälle ereignen sich zwischen 16 und 19 Uhr, am gefährdetsten sind Personen ab 65 Jahren. 1.003 Personen dieses Alters verunglückten im vergangenen Jahr (Quelle: Statistik Austria).

Die ÖAMTC-Verkehrspsychologin mahnt Fußgänger wie Autofahrer zu erhöhter Aufmerksamkeit: "Gerade jetzt, wenn es schon früh dunkel ist und vor Weihnachten alle im Stress sind, sollte man als Autofahrer damit rechnen, dass Fußgänger nicht so genau schauen. Umgekehrt sind auch Fahrzeuglenker oft durch starken Verkehr und winterliche Fahrbedingungen gefordert." Um Unfälle zu vermeiden, gibt die ÖAMTC-Expertin Tipps für Fußgänger und Autofahrer.

* Sehen und gesehen werden: Autofahrer sollten bei schlechten Sichtverhältnissen unbedingt das Abblendlicht einschalten. Fußgänger können sich durch helle und reflektierende Kleidung selbst schützen. "Besonders bei schlechten Sichtverhältnissen durch Nebel, Regen oder Schneefall bedeutet bessere Sichtbarkeit mehr Sicherheit", erklärt Seidenberger.

* Erhöhte Aufmerksamkeit: In der hektischen Vorweihnachtszeit sollten Autofahrer auf querende Fußgänger achten. "Besondere Vorsicht ist bei Kindern geboten: Sie können die Geschwindigkeit von Fahrzeugen nicht richtig einschätzen und lassen sich leicht im Straßenverkehr ablenken", warnt Seidenberger. Auf Kreuzungen sollten Autofahrer beim Abbiegen verstärkt auf Fußgänger achten, da moderne Autos nur einen eingeschränkten Rundumblick gewähren. "Doch auch Fußgänger können sich auf stärkeren Verkehr einstellen", rät die ÖAMTC-Expertin zu besonderer Konzentration.

* Ablenkungen vermeiden: Das Telefonieren mit dem Handy ist für Autofahrer ohne Freisprechanlage verboten. "Aber auch mit Freisprechanlage kostet es Konzentration und sollte bei starkem Verkehr unterlassen werden", rät die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Allerdings gilt das nicht nur für Autofahrer. "Auch Fußgänger sind durch Telefonieren abgelenkt und hören herannahende Fahrzeuge schlechter", so Seidenberger. Das gleiche gilt für laute Musik. Ob im Auto oder als Fußgänger über Kopfhörer - im Straßenverkehr sind gute Sicht und "Ohren auf" überlebenswichtig.

* Besondere Vorsicht bei Schneefahrbahn. "Eine Schneedecke dämpft die Verkehrsgeräusche. Man hört Autos später und hat weniger Zeit zu reagieren", sagt die ÖAMTC-Expertin. Die oberste Devise für Fußgänger lautet daher: "Stehen, schauen, gehen."

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Dagmar Halwachs
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001