"KURIER"-Kommentar von Christoph Kotanko: "Gegen die Weltangst"

Seufzend erkennen die Bürger, dass es keine gute Alternative zur EU gibt.

Wien (OTS) - S treit gehört zur EU wie das Amen im Gebet. Mit der Auseinandersetzung um das Klimapaket wird die Gipfeltradition fortgesetzt, wonach Lösungen erst nach rituellen Ringkämpfen zu finden sind. Das Ziel ist jedenfalls richtig: Die Union der 27 will ihren Ausstoß von Treibhausgas nachhaltig verringern. Ebenso richtig ist ein gemeinsames Programm, um die Folgen der Wirtschaftskrise abzufedern. Beides ist im Alleingang nicht zu schaffen - nicht von den Großen unter den 27 und schon gar nicht von Kleinen wie Österreich.
Ein Punkt, den EU-Gegner zur europäischen Schicksalsfrage stilisiert hatten, war schon vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs erledigt. Die Iren werden ein zweites Mal über den Reformvertrag abstimmen.
Irland und Tschechien sind die letzten Länder, die das Papier parlamentarisch noch nicht abgehakt haben.
Der Widerstand gegen ein Vertragswerk, das die EU handlungsfähiger und demokratischer machen soll, basiert auf grotesken Behauptungen. Vieles grenzt an Volksverblödung. Doch manche Iren neigen, wie manche Österreicher auch, zur Weltangst, zum Autismus.
Zum Glück weiß die Mehrheit, dass es zur EU trotz aller ihrer Schwächen keine gute Alternative gibt.

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