"KURIER-Kommentar von Karin Leitner: "Sanfte Revolution"

Es ist gut, dass sich Pröll von Positionen löst, die Schüssel heilig waren.

Wien (OTS) - Es sind erfreuliche Signale, die die neue ÖVP-Führung sendet. Das kategorische Nein, das von der alten Schüssel-Garde zu diesem und jenem zu hören war, gibt es nicht mehr. Neo-Klubchef Karlheinz Kopf will auch den Oppositionsparteien ermöglichen, parlamentarische Untersuchungsausschüsse zu beantragen. Generalsekretär Fritz Kaltenegger möchte in Sachen "Homo-Ehe" Konsens mit der SPÖ suchen. Zwar erst in den nächsten Monaten, aber immerhin. Am größten waren die Vorbehalte der ÖVP gegen die "Neue Mittelschule". Nach zähem Ringen kam sie mit der SPÖ überein, dieses Modell zu erproben - aber nicht in mehr als zehn Prozent der Klassen eines Bundeslands. Jetzt stoßen sich just die schwarzen Spitzen in Vorarlberg an der Höchstgrenze, weil sie an diese stoßen. Vielleicht liegt es daran, dass ein Parteifreund auf mehr als die bisherigen Standorte drängt. ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon ist jedenfalls bereit, über das "Problem Vorarlberg" zu reden.
Es ist klar, dass die ÖVP unter Josef Pröll nicht über Nacht Positionen aufgeben kann, die unter seinen Vorgängern heilig waren. À la longue wird das aber geschehen. Weil die Realität und die Wünsche der Betroffenen manches im Parteiprogramm überholt haben.

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