KV-Verhandlungen-Finance: GPA-djp fordert für BankmitarbeiterInnen fairen und angemessenen Gehaltsabschluss

Offener Brief des GPA-djp-Präsidiums der Wirtschaftsbereichsgemeinschaft Finance an die Kreditinstitutsverbände

Wien (GPA-djp/ÖGB) - Die Kollektivvertragsverhandlungen für die 75.000 Beschäftigten in der Kreditwirtschaft mussten am Dienstag abermals ergebnislos unterbrochen werden. Das Präsidium der Wirtschaftsbereichsgemeinschaft Finance in der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) fordert daher die Arbeitgeber in einem offenen Brief auf, den Beschäftigten den verdienten Anteil an den 2008 erwirtschafteten Erträgen zu gewähren. ++++

Der Brief im Wortlaut:

"Die Kollektivvertragsverhandlungen für die 75.000 Beschäftigten in der Kreditwirtschaft mussten gestern abermals ergebnislos unterbrochen werden. Nach wie vor treten wir in unserem ehrlichen Bemühen für die BankmitarbeiterInnen auf der Stelle. Unser Ziel ist es, eine der schwierigen Situation angemessene, faire und nachhaltig wirkende Gehaltserhöhung innerhalb der Bandbreite bisher getätigter Branchenabschlüsse zu sichern. Das letzte Angebot der Arbeitgeberseite würde nach wie vor mehr als der Hälfte Ihrer MitarbeiterInnen einen tatsächlichen Realeinkommensverlust "bescheren".

Die Bankbranche verzeichnet nach dem 3. Quartal 2008 3,57 Milliarden Gewinn (Quelle: OeNB- Bericht zur Ertragslage der Kreditinstitute). Unsere Forderung nach einem nachhaltig und real wirksamen Gehaltszuwachs für die kollektivvertraglichen Mindestgrundgehälter ist angesichts dieses Faktums sicher nicht unbotmäßig. Die Beschäftigten, die in diesen Zeiten der Vertrauenskrise in die Bankwirtschaft besonders gefordert sind, haben ein Recht auf einen fairen Reallohnzuwachs.

Unser Anliegen wurde jüngst auch eindrucksvoll bestätigt, indem es innerhalb von nur einer Woche bis dato die persönliche Unterstützung in Form von mehr als 15.000 Unterschriften von Beschäftigten fand:
Sie beanspruchen zu Recht, dass ihre Gehälter in vergleichbarem Ausmaß wie in anderen Branchen valorisiert werden.

So wurden in den letzten Wochen unter anderem alle Beamtengehälter linear um 3,55 Prozent erhöht, jene der Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialwesen um 3,6 Prozent, der Handelsangestellten zwischen 3,6 Prozent und 3,7 Prozent , des Metallgewerbes um 3,8 Prozent , der Beschäftigten bei Arbeitskräfteüberlassern um 3,8 Prozent, in außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie bei der ‚Münze Österreich’ um ebenfalls 3,8 Prozent. Das ist die Messlatte, an der wir uns orientieren. Hingegen sind wir sicher kein Partner dafür, in Krisenzeiten erste spürbare Einschnitte ausgerechnet bei den KV- Mindestgrundgehältern zu setzen!
Wir gehen davon aus, dass in der derzeitigen Situation - unter Beachtung Ihrer Verantwortung für Ihre MitarbeiterInnen und der Wirkung in der Öffentlichkeit - etwas anderes gefragt ist als ein noch vermeidbarer Konflikt rund um die gerechtfertigte, nachhaltige, reale Erhöhung der KV-Mindestgrundgehälter.

An diese Verpflichtungen haben wir auch die Generaldirektoren der fünf großen Institute erinnert und sie ersucht, im Rahmen von fairen Verhandlungen unsere Anstrengungen für einen maßvollen und für beide Seiten vertretbaren Abschluss zu unterstützen.

Für das Präsidium der WBG Finance in der GPA-djp:
Günter Benischek, BR-Vorsitzender der Erste Bank Österreich AG Wolfgang Heinzl, ZBR-Vorsitzender der Bank Austria AG
Ingrid Streibel-Zarfl, ZBR-Vorsitzende der Bawag PSK
Martin Prater, BR-Vorsitzender der RZB
Mag. Christian Trixner, BR-Vorsitzender der Sparkasse OÖ
Michael Bölderl, BR-Vorsitzender Volksbank Alpenvorland"

ÖGB, 11. Dezember 2008 Nr. 762

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