KV-Abschluss im Bereich der Nichtfilmschaffenden

Systemänderung im Kollektivvertrag - Abschaffung der "echten" IST-Lohnerhöhung.

Wien (PWK962) - Nach langen Verhandlungen mit der
Arbeitnehmerseite am 10.12.2008, konnte ein wesentlicher Durchbruch im System des Kollektivvertrages für Nichtfilmschaffende erreicht werden.

Die Arbeitnehmerseite konnte überzeugt werden, dass in einer Branche, in der im Regelfall über Kollektivvertrag bezahlt wird, es sinnvoll ist, primär die kollektivvertraglichen Löhne anzuheben, bei den Überzahlungen jedoch ein dynamisches Modell anzuwenden, dass nicht - wie die echten IST-Zahlungen - eine Überzahlung de facto für den Arbeitnehmer deutlich erschwert.

Diesbezüglich haben wir auf das Beispiel des Handels zurück gegriffen, der seit Jahrzehnten das System des sogenannten unechten IST-Lohnes vorsieht, d.h. die kollektivvertraglichen Erhöhungen sind nur insoferne relevant, als sie bei der Überzahlung berücksichtigt werden müssen; d.h. die jeweils geltende Überzahlung bleibt voll inhaltlich aufrecht, wie bei untenstehendem vereinfachten Rechenbeispiel erläutert.

Unter diesen Rahmenbedingungen haben wir eine kollektivvertragliche Erhöhung um 3,9 % vereinbart, sowie eine verpflichtende Einmalzahlung von Euro 100,--.

Nähere Details werden den Mitgliedern mit den neuen Tabellen demnächst übermittelt. Die echte IST-Lohn-Erhöhung von 3,9 % entfällt damit, die 3,9 % der Erhöhung auf den kollektivvertraglichen relevanten Teil sind jedoch zu berücksichtigen.

Damit ist in der konstruktiven Diskussion mit der Arbeitnehmerseite eine wesentliche Lösung gelungen, die die Überzahlungen nicht systemimanent erschwert und gleichzeitig sicherstellt, dass Arbeitnehmer unter Orientierung an den Entwicklungen des Preisindex an der wirtschaftlichen Entwicklung voll beteiligt bleiben.

Bereits jetzt darf darauf hingewiesen werden, dass sich bei vielen Unternehmen durch diese Regelung die verstärkte Notwendigkeit ergibt, ihre Arbeitnehmer korrekt den Verwendungsgruppen zuzuordnen, was aufgrund der bestehenden Überzahlungen bislang vielfach nicht in dem Maße notwendig war.

Rechenbeispiel zum "unechten" IST:
Ein Arbeitnehmer in der Verwendungsgruppe V im 1. Jahr verdient Euro 2.000,-- / sein Gehalt ist daher im Jahr 2009 Euro 2.000,-- + 3,9 % = Euro 2.078,-- / pro Monat / + eine einmalige Zahlung von Euro 100,--.

Ein Arbeitnehmer derselben Verwendungsgruppe / Verwendungsgruppe V verdient statt der kollektivertraglichen vorgesehen Euro 2.000,-- / Euro 3.000,-- , bekommt daher nun ebenfalls die + Euro 78,--(= 3.078.-) und eine Einmalzahlung von Euro 100,--.

Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Folgejahre notwendig, bei der weiterhin das System des sogenannten "unechten" IST-Lohnes zur Berechnung herangezogen wird.
Damit ist aber für die Zukunft eine wesentliche Dynamisierung des Systems gelungen.

Rechenbeispiele und die genauen Formulierungen werden ehestmöglich nachgereicht, sobald sie im Detail abgeklärt sind. Die Kollektivvertragstabellen selbst werden demnächst im Download-Bereich auf der Homepage des Fachverbandes www.fafo.at veröffentlicht. Kollektivverträge können im Fachverband angefordert werden, dies wird aber voraussichtlich erst mit Anfang Jänner 2009 der Fall sein. (us)

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Dr. Werner Müller
Fachverband der Film- und Musikindustrie
Austrian Films and Music
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