GMTN-Gesundheitskampagne: Gesundheit muss Thema am Arbeitplatz sein

Über 100 BetriebsrätInnen bei Auftaktveranstaltung in Wien

Wien (GMTN/ÖGB) - "In unserer globalen Wettbewerbswirtschaft sind steigender Arbeitsdruck, verdichtete Produktionsabläufe, neue Arbeitszeitformen und längere Arbeitszeiten bereits alltägliche Anforderungen für die Beschäftigten in den Betrieben", sagte Erich Foglar, geschäftsführender Präsident des ÖGB, beim Wiener Auftakt der Gesundheitskampagne der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) am 10. Dezember im Hauptverband der österreichischen SV-Träger. "Auf die Frage, welche Auswirkungen diese Anforderungen auf unsere Gesundheit haben, müssen wir eine Antwort finden und gleichzeitig nachhaltige Strategien, damit die ständig steigenden arbeitsbedingten Erkrankungen nicht Normalität werden."++++

Über 100 BetriebsrätInnen und JugendvertrauensrätInnen waren der Einladung der GMTN gefolgt, um mehr über den Ablauf, die Schwerpunkte und ihre Mitwirkungsmöglichkeiten bei der Gesundheitskampagne zu erfahren. In ihren Grußworten an die TeilnehmerInnen wünschten GMTN-Landesvorsitzender Josef Utzig und Dr. Erich Laminger, Vorsitzender des Hauptverband-Vorstandes, der GMTN-Gesundheitskampagne zum Wohle der ArbeitnehmerInnen allen nur erdenklichen Erfolg. "Mit dieser Kampagne nehmen wir als Gewerkschaft unsere Verantwortung für die Gesundheit der Beschäftigten wahr", sagte Utzig, der gleichzeitig aber auch die Wirtschaftsseite aufforderte, ihre Verantwortlichkeit dafür wahr zu nehmen.

Zwtl. Sinnloser Zeitdruck ist unsere Krankheit

Univ. Prof. Dr. Peter Pils, stellvertretender Ärztlicher Direktor der AUVA und Facharzt für Arbeits- und Betriebsmedizin, erklärte in der Podiumsdiskussion, dass Beschäftigte sich nicht über die Menge der Arbeit beklagen, sondern über die mangelnde Zeit, in der die Arbeiten erledigt werden müssen. "Zeitdruck und mangelnde Koordination der Abläufe machen alle kaputt", sagte Pils, der "den sinnlosen Zeitdruck" als Krankheit bezeichnete. In diesem Zusammenhang stellte Magª. Renate Czeskleba, Leiterin der Gesundheitspolitik im ÖGB, fest, dass "uns die Kultur des Innehaltens" fehlt: "Was wir nicht können, ist im richtigen Zeitpunkt innezuhalten, uns herauszunehmen, zurückzulehnen - und zu planen", stellte Czeskleba fest. Auch Anton Hiden, GMTN-Experte für Arbeitstechnik, führte aus, dass Zeitdruck in vielen Bereichen - und zunehmend in den Produktionsbranchen - zu hohen Belastungen führt und krank macht. "80 Prozent der Stressoren sind Planungsfehler und das Fehlverhalten von Führungskräften, denn beides versucht man letztendlich auf der Produktionsebene auszugleichen", sagte Hiden. Reinhard Welponer, Sicherheitsvertrauensperson der Fa. Schindler Aufzüge führte aus, dass heute eine Monteurin/ ein Monteur Arbeiten erledigt, für die früher zwei MonteurInnen zuständig waren: "Dieser Arbeitsdruck entsteht aber nicht nur durch den Arbeitgeber alleine", sagte Welponer, "denn letztendlich machen wir uns den Druck selbst. Ob wir vor der Kasse im Supermarkt stehen oder im Lokal unser Getränk bestellen: wir erwarten, dass unsere Forderungen rasch erfüllt werden. Damit tragen wir den Zeitdruck von der Arbeit in unser Privatleben und von dort wieder retour", stellte Welponer einen Art Teufelskreis dar.

Zwtl. Die fünf thematischen Schwerpunkte der Kampagne

Anton Hiden, GMTN-Experte für Arbeitstechnik, stellte anschließend die GMTN-Gesundheitskampagne vor, die auf fünf thematischen Schwerpunkten beruht: arbeitsbedingte Erkrankungen, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, Arbeitszeit und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit, alternsgerechtes Arbeiten und gesundes Verhalten bei der Arbeit. Gemeinsam werden BetriebsrätInnen, JugendvertrauensrätInnen, Sicherheitsvertrauenspersonen, BehindertenvertreterInnen und Gewerkschaft im Rahmen der GMTN-Gesundheitskampagne ein Paket gegen arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken und -gefahren schnüren. Dazu gehören Seminare, Themenveranstaltungen, eine Befragung der ArbeitnehmerInnen in Zusammenarbeit mit dem IFES, umfassendes Informationsmaterial und Gesundheitstage in den Betrieben.

Bis ins Jahr 2010 sind mit der GMTN-Gesundheitskampagne viele Aktionen geplant. Alle Kampagneninfos und Downloads finden Sie unter:
www.gmtn.at/gesundheit

Die GMTN-Gesundheitskampagne wird unterstützt von: Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger, Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz, Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Pensionsversicherungsanstalt, Gebietskrankenkassen und Arbeiterkammern.

ÖGB, 11. Dezember 2008 Nr. 759

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