Mödlhammer: "Lassen uns das Feuerwehrwesen nicht zerschlagen"

Weltbestes Feuerwehrsystem darf nicht gefährdet werden

Wien (Gemeindebund) - Mit Empörung kommentiert Gemeindebund-Präsident Bgm. Helmut Mödlhammer die derzeit geführte öffentliche Diskussion um die Freiwilligen Feuerwehren. "Österreich hat das beste und erfolgreichste Feuerwehrsystem der Welt", so Mödlhammer. "Dieses System nun in Frage zu stellen, ist völlig absurd."

Mödlhammer spricht den rund 300.000 Mitgliedern der ca. 4.500 Freiwilligen Feuerwehren explizit seinen Dank aus. "Sie sorgen dafür, dass Feuersbrünste, wie etwa 2007 in Griechenland oder fast jährlich in Kalifornien, bei uns völlig undenkbar wären", so Mödlhammer. Darüber hinaus haben die Feuerwehren in den vergangenen Jahren viele Aufgaben übernommen, die andere Organisationseinheiten nicht mehr leisten können oder wollen. "Dazu zählt unter anderem der Einsatz bei Naturkatastrophen. Auch entlang der Autobahnen oder an Straßen mit hoher Unfallhäufigkeit sind die Feuerwehren unverzichtbar. Sie sind schnell vor Ort und haben schon hunderten Menschen das Leben gerettet."

Zudem seien die Feuerwehren in vielen Gemeinden die letzten Bastionen des sozialen Zusammenhalts. "Wenn alles an Infrastruktur weg ist, die Feuerwehr bleibt. Sie ist für viele Jugendliche ein wichtiger Kontakt mit der Gemeinschaft, sie bildet soziale Fähigkeiten heraus, die in den Ballungsräumen oft schon verloren gegangen sind."

Für die Erhaltung und Unterstützung der Feuerwehren sind im wesentlichen die Gemeinden zuständig. "Wir werden nicht zulassen, dass es hier zu Einschnitten kommt, die letztlich unser aller Sicherheit gefährden würden."

Mödlhammer spricht sich dagegen aus, dass "vom Schreibtisch aus überzogene Forderungen gestellt werden". Die Freiwilligen Feuerwehren würden sich für blinden Sparwahn nicht eignen. "Die Zuständigkeit liegt hier allein bei den Gemeinden, die gegen sinnvolle Ratschläge nie etwas einzuwenden haben. Wir sind aber der Überzeugung, dass Beamte des Rechnungshofes vom Schreibtisch aus die Situation, die Lebensumstände und die Bedeutung der Feuerwehren nicht ausreichend gut einschätzen können." Hier gehe es nicht nur um wirtschaftliche Fragen, sondern auch um die soziale und gesellschaftliche Bedeutung der Wehren.

Im Zusammenhang mit der überzogenen Kritik des OÖ-Landesrechnungshofes sprach Mödlhammer erneut die Forderung des Rechnungshofes nach einer Ausweitung der Prüfmöglichkeit auf Gemeinden unter 20.000 Einwohner an. "Am vergangenen Freitag hat sich das Präsidium des Österreichischen Gemeindebundes einstimmig und klar gegen diesen Vorschlag ausgesprochen. Die Drei- bis Vierfachprüfung von Gemeinden ist unsinnig und nicht im Geiste einer schlanken und effizienten Bürokratie. Der Gemeindebund und die österreichischen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister werden sich gegen diese Pläne zur Wehr setzen."

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