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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Landeseinheit nicht zu verordnen" (Von FRANK STAUD)
Ausgabe vom 6. Dezember 2008
Innsbruck (OTS) - Das Gedenkjahr 2009 rückt mit Riesenschritten
näher. Zum 200. Mal jährt sich der Tiroler Freiheitskampf. Doch bis
auf den Streit, ob es sinnvoll ist, das Riesenrundgemälde auf den
Berg Isel zu übersiedeln, scheint das Thema Landeseinheit die
TirolerInnen nördlich und südlich des Brenners bisher eher kalt zu
lassen.
Angesichts des extrem hohen Lebensstandards in Gesamt-Tirol und im
Trentino ist das auch nicht weiter verwunderlich. Der überwiegenden
Mehrheit geht es so gut, dass ein Wunsch nach Veränderung vielen
wenig plausibel scheint. Eine Europaregion Tirol lässt sich nicht
durch politische Sonntagsreden verordnen. Solche Impulse müssen von
den BürgerInnen selbst kommen.
Nicht zu Unrecht erklärte Steuerberater Helmut Marsoner kürzlich,
dass es zwischen Nord- und Südtirol "nur beim Törggelen wirklich gut
läuft". Faktum ist, dass Innsbruck für viele Südtiroler und Trentiner
mittlerweile ein Anziehungspunkt als Shoppingmetropole ist, wie
früher Sterzing oder Brixen für die Nordtiroler. Umgekehrt ist
Südtirol nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel.
Doch in der Wirtschaft tut sich praktisch nichts. Auch wenn die
Südtiroler Sparkasse kürzlich eine Filiale in Innsbruck eröffnete,
Seilbahnhersteller Leitner in Telfs produziert oder das Handelshaus
Wedl immer stärker in Südtirol wird. Nordtiroler Lehrlinge in
Südtirol bzw. umgekehrt gibt es keine.
Dabei würde die EU im Europa der Regionen auch ohne
Grenzverschiebung ungeahnte Chancen eröffnen. Nur nützt sie bisher
niemand.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 05 04 03 DW 610
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