- 05.12.2008, 12:26:49
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Moskauer Patriarch...(4)
Schönborn: "Großes Erbe"
Tief betroffen zeigte sich Kardinal Christoph Schönborn über den Tod
von Patriarch Aleksij II. Im Gespräch mit "Kathpress" würdigte
Schönborn den verstorbenen Patriarchen als "bedeutende kirchliche
Persönlichkeit". Aleksij II. habe die russisch-orthodoxe Kirche in
der Zeit des Umbruchs geleitet. Dieser Umbruch habe für die Kirche
einerseits die Befreiung aus der Unterdrückung durch den Kommunismus
bedeutet, zugleich aber auch große Herausforderungen durch die neue
Säkularisierung mit sich gebracht. Schönborn wörtlich: "Die
russisch-orthodoxe Kirche ist nach dem Ende des Kommunismus
aufgeblüht, zugleich aber ist sie auch den Herausforderungen und
Krisen der modernen Gesellschaft ausgesetzt".
Er hoffe auf einen guten und begnadeten Nachfolger für Patriarch
Aleksij II., der dessen großes Erbe weiterführen kann, so der
Kardinal. Schönborn war im Jahr 1997 zwei Mal persönlich mit dem
Moskauer Patriarchen zusammengetroffen - einmal in Wien und danach in
Moskau und St. Petersburg.
Die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche in Österreich und
der russisch-orthodoxen Kirche bezeichnete Schönborn als sehr gut. In
diesem Zusammenhang verwies der Kardinal insbesondere auf die
"segensreiche Tätigkeit" der Stiftung "Pro Oriente". Es sei geplant
gewesen, den Patriarchen künftig als Protektor der Stiftung zu
gewinnen. Auch das Wiener Schottenstift pflege - über die Patres
Bonifaz Tittel und Sebastian Hacker - gute Beziehungen zur
russisch-orthodoxen Kirche.
Der geplante Pastoralbesuch von Aleksij II. in Österreich hätte
sicher wesentlich zur Vertiefung der Beziehungen auf menschlicher,
kirchlicher und theologischer Ebene beigetragen, so der Wiener
Erzbischof. Er werde sich dafür einsetzten, dass diese Beziehungen
auch weiterhin intensiviert werden, betonte Kardinal Schönborn.
(forts)
K200811054
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