ÖSTERREICH: Darabos will mehr Geld von Finanzminister Pröll

Verteidigungs- und Sportminister im Interview: "Eurofighter-Betriebskosten steigen ins Unermessliche" - Darabos denkt an bis zu drei Jahre Haft für dopende Sportler

Wien (OTS) - Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) fordert
im Interview mit ÖSTERREICH (Mittwoch-Ausgabe) mehr Geld für das Bundesheer: "Ich werde mit dem neuen Finanzminister Pröll um mehr Geld kämpfen, auch wenn das im Lichte der Finanzkrise schwieriger ist. Aber immerhin beleben ja auch Bundesheer-Beschaffungen die Konjunktur", so Darabos. "Jeder Cent, den ich dem Finanzminister herauspressen kann, ist sinnvoll." Darabos ärgert, dass die Eurofighter im Betrieb um vieles teurer sind als ursprünglich geplant: "Die ÖVP-FPÖ-Regierung hat bei den Eurofightern einige Dinge falsch eingeschätzt, die Verträge waren sehr verkäuferfreundlich abgefasst. Jetzt steigen die Betriebskosten ins Unermessliche." Sein eigener Vergleich mit Eurofighter habe diese Entwicklung jedenfalls nicht mitverursacht, so der Verteidigungsminister. "Hier geht es um alte Verträge, jeder Jet mehr hätte ja noch mehr an Betriebskosten verschlungen. Mein Vertrag war jedenfalls kostensparend. So wird Eurofighter bis März die versprochenen 250 Millionen Euro an die Republik überweisen."

Beim Tschad-Einsatz könnte Darabos der Regierung durchaus eine Verlängerung empfehlen: "Wir haben uns dort sehr viel Reputation erarbeitet. Ich könnte mir daher eine Verlängerung des Einsatzes im Tschad vorstellen, werde darüber aber noch mit dem neuen Außenminister zu diskutieren haben." Neue Auslandseinsätze sind laut dem SPÖ-Minister nicht geplant: "Mit Bosnien, Kosovo, Golan und Tschad ist das Heer am Limit. Wir werden auch dem Drängen großer Staaten, uns verstärkt in Afghanistan zu engagieren, nicht nachkommen."

Als neuer Sportminister geht Darabos in ÖSTERREICH gleich in die Offensive: "Ich wünsche mir eine Verschärfung des Anti-Doping-Gesetzes - in Richtung strafrechtliche Verfolgung von gedopten Sportlern". Auf die Frage, ob der für Dealer, Betreuer oder Funktionäre geltende Strafrahmen - sechs Monate bis drei Jahre Haft -auch für dopende Sportler gelten sollte, betont Darabos: "Ja, ich könnte mir das ungefähr im gleichen Ausmaß vorstellen. Doping darf kein Kavaliersdelikt mehr sein, über das man mit Augenzwinkern hinwegsieht."

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