ÖH und Unis sind sich einig: Studiengebühren müssen vollständig fallen.

Geld nicht für Mehraufwand in Administration verschwenden

Wien (OTS) - "Nun wehren sich auch die Universitäten gegen den unsinnigen Mehraufwand, der ihnen durch die nur teilweise Abschaffung der Studiengebühren beschert wurde", freut sich der Vorsitzende der ÖH Bundesvertretung Samir Al-Mobayyed.

"Bereits in mehreren Stellungnahmen haben wir darauf hingewiesen, welches bürokratische Chaos die vielen Ausnahmeregelungen erzeugen würden", erklärt der Studierendenvertreter. "Nun hat sich auch die Universitätenkonferenz für die vollständige Abschaffung der Studiengebühren ausgesprochen und damit die selben Probleme aufgezeigt, die wir schon länger befürchten", stellt Al-Mobayyed fest.

Etwa 70.000 Studierende könnten im Sommersemester die Studiengebühren wieder zurückfordern. Es liegt an den Studierenden ihre Befreiung zu beweisen und an den Universitäten und Pädagogischen Hochschulen, die möglichen Ausnahmefälle zu überprüfen. Die mühsame Umsetzung würde einen enorm großen zusätzlichen administrativen und damit finanziellen Aufwand bedeuten.
"Auch wir befürchten, dass diese bürokratischen Hürden mehr Geld kosten werden als die Studiengebühren den Unis noch einbringen. Unterm Strich wird damit zusätzliches Steuergeld zum Fenster hinaus geworfen", kritisiert Samir Al-Mobayyed.
Befremdet zeigt sich die ÖH in diesem Zusammenhang von heutigen Aussagen des grünen Wissenschaftssprechers Dr. Kurt Grünewald, die Grünen würden die vollständige Abschaffung der Studiengebühren unterstützen: "Wer hat uns denn in dieses Chaos geritten, haben Sie nicht etwa selbst die Zügel mitgeführt?", fragt Al-Mobayyed in Richtung Grünewald, "Wenn man unseren Ratschlägen gefolgt wäre, würden wir uns jetzt nicht in diesem Dilemma befinden."

Als einzig sinnvolle Lösung sieht die ÖH den Fall aller Ausnahmeregelungen und damit die vollständige Abschaffung der Studiengebühren. Die 150 Millionen Euro, die den Universitäten durch den Wegfall der Studiengebühren fehlen werden, müssten umgehend ersetzt und zusätzliche Mittel in die Verbesserung der Qualität von Lehre und Forschung investiert werden. Die jährlichen 100 bis 300 Millionen Euro mehr, die Minister Hahn für die Universitäten verspricht, seien viel zu wenig. Darüber hinaus ist die ÖH enttäuscht darüber, dass es für die Erhöhung der Ausgaben für den tertiären Bildungssektor im Regierungsprogramm nun kein Zieljahr mehr gibt. Die Selbstdarstellung Hahns als einziger Kämpfer für mehr Geld im Bereich Forschung und Bildung lässt Al-Mobayyed nicht gelten: "'Einsam zu rufen' nützt nichts, wenn man die Stimmen der anderen nicht hören will und keine fixen Zusagen wagt."

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH)
Julia Forstner, Pressesprecherin
Tel.: 01/310-88-80/20, Mobil: 0676 888 52 212
julia.forstner@oeh.ac.at http://www.oeh.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NHO0001