Greenpeace: Die Alternative zum EU-Energiepaket

Erneuerbare Energien mittelfristig deutlich günstiger als Kohle, Gas und Öl

Brüssel/Wien (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace stellte heute in Brüssel ihren aktuellen Report "Energy [R]evolution" der Öffentlichkeit vor. Mit einem Szenario für die zukünftige Energieversorgung der gesamten Europäischen Union zeigt dieser Bericht, dass es durchaus möglich ist, gleichzeitig die CO2-Emissionen zu verringern, die Energieausgaben zu reduzier¬en und auch noch die Wirtschaft zu stärken.

Beim EU-Ministerrat am Ende der Woche soll unter Anderem ein großes Klima- und Energiepaket verhandelt werden. Verschiedene EU-Mitglieder - unter ihnen Polen und Italien - versuchten bislang, dieses Paket mit allen Mitteln aufzuweichen - und das vor Allem mit dem Verweis auf dadurch drohende, zusätzliche ökonomische Probleme. Das "Energy [R]evolution"-Szenario von Greenpeace zeigt dagegen, wie die CO2-Emissionen bis 2020 um dreißig Prozent sowie bis 2050 sogar um achtzig Prozent gesenkt werden und dennoch die Staatshaushalte dabei angekurbelt werden können.

Diese Greenpeace-Studie basiert auf einem möglichst raschen Ausstieg aus Steinkohle und Atomkraft sowie massiven Investitionen in Erneuerbare Energien. Allein die steigenden Steinkohlepreise bis 2030 - voraussichtlich rund 1.700 Milliarden Euro - würden reichen, um die nötigen Investitionen in Solar- und Windkraftwerke zu finanzieren. Die EU-27 ersparten sich dann jährlich rund 72 Milliarden Euro Energiekosten durch diese Umstellung auf Erneuerbare Energien.

Fünfhundert Milliarden Euro Energiekosten würden im vorliegenden Greenpeace-Energie-szenario bereits bis 2020 eingespart werden. Bis 2050 könnten Erneuerbare Energien bereits 56 Prozent des gesamten Bedarfs decken, und 88 Prozent der Stromerzeugung sowie 56 Prozent der Raumwärme würden dann auf diesen sauberen Energieformen basieren.

"Die Investitionskosten sind in unserem Vorschlag anfangs zwar höher als in einem Business-as-usual-Szenario", erläutert Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof, "doch nachdem Kohle, Gas und Öl immer teurer werden, Wind und Sonne dagegen auch weiterhin frei zur Verfügung stehen werden, würden wir durch eine Umstellung auf Erneuerbare Energie sehr viel Geld sparen. Und nicht nur im Vergleich zum Greenpeace-Szenario ist das von der EU angekündigte Energie- und Klimapaket einmal mehr eine vertane Chance - nicht nur für das Klima, sondern auch für die europäische Wirtschaft", so Westerhof abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Attila Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-3435354
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-6126701
www.greenpeace.org/international/campaigns/climate-change/energyrevolution

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