Paradigmenwechsel in der Papierverarbeitung

Deutliche Verschlechterung der Branchenkonjunktur im 2.Halbjahr

Wien (PWK932) - Nach gutem 1. Halbjahr hat sich die
wirtschaftliche Situation auch in der PPV deutlich verschlechtert. Während Mengen- und Wertzuwachs des 1. Halbjahres noch auf Auftragsüberhänge und auf die Rohstoff- und Energiekostensteigerung des Jahres 2007 zurückzuführen waren, brach mit August die Auftragsdecke und Auslastung deutlich ein. Verunsicherung in der Kundenindustrie durch die Finanzkrise führte zum Ausbleiben von Aufträgen vor allem im Zulieferbereich Verpackung, der ja ein Konjunkturindikator der Volkswirtschaft ist.

Zum stagnierenden Inlandsmarkt ist auch die Wachstumsdynamik der Ostländer und damit wichtiger Exportrelationen zurückgegangen. Die Auslastung, in den letzten beiden Jahren auf hohem Niveau, ist in vielen Betrieben stark gesunken, mit Abbau von Beschäftigten ist zu rechnen.

Laut PPV Konjunkturerhebung vom November, einer Tendenzumfrage bei 50 Produktionsbetrieben, erwartet ein Drittel der Unternehmen 2008 einen Rückgang der Produktion. Die Industrie war mit der Weitergabe von Rohstoff- und Energiekostensteigerungen befasst, was in der Steigerung des Produktionswertes, im 1. Halbjahr, zum Ausdruck kommt. Für das Gesamtjahr 2008 wird, nach deutlicher Verschlechterung der Branchenkonjunktur im 2. Halbjahr, eine dem BNP entsprechende Entwicklung erwartet. Der Beschäftigtenzuwachs des 1. Halbjahres wird nicht zu halten sein, gab der zuständige Fachverband PPV anlässlich eines Pressegespräches bekannt.

Papierverarbeitung rechnet 2009 mit signifikanter Abflachung

Für 2009 erwarten 24% der Unternehmen keine Verbesserung, 47% sogar Auftrags und Produktionsrückgänge durch die Auswirkungen der Finanzkrise und Konjunkturabschwächung. Die Exporte werden weiter an Dynamik verlieren und als Konjunkturträger ausfallen. 55% rechnen mit Beschäftigtenabbau, in einigen Betrieben steht Kurzarbeit bevor. Entsprechend negativ sind auch die Erwartungen in Betriebsergebnisse.

Betroffen wird die Industrie auch durch die eingeschränkte Verfügbarkeit und Verteuerung von Krediten zur Finanzierung von Investitionen sein. Der verstärkte Standortwettbewerb wird am europäischen Markt wesentlich zur Strukturbereinigung innerhalb der PPV Industrie beitragen.

Schwerpunkte 2009

Thema des Jahres und Schwerpunkt für die Industrie wird die Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit, insbesonders kostenintensiver Standorte, sein. Eine Herausforderung für Management und Mitarbeiter, die sich auf schwächeres Wachstum und heftigen Standortwettbewerb einzustellen haben werden. Kostenmanagement, Senkung der Arbeitskosten und Effizienzsteigerung sind angesagt.

Die PPV Industrie fordert daher von Sozialpartner und Bundesregierung, durch Lohnsteuerreform, Lohnnebenkostensenkung, Flexibilisierung, moderate Lohn-/Gehaltspolitik und geeignete Rahmenbedingung in der Industriepolitik zur Überwindung der schwierigen Phase beizutragen. Neue Belastungen sind zu vermeiden, forderte Obmann Georg Dieter Fischer.
Eine wichtige Rolle wird der Qualifikation der Mitarbeiter zukommen, die einen wesentlichen Standortfaktor darstellt. Sie wird mit zunehmender Automatisierung noch an Bedeutung gewinnen, wurde in einem Seminar mit der Zulieferindustrie über "Verpackungstechnik im Jahr 2020" festgestellt. Die PPV Industrie wird ihre erfolgreiche Qualifikationsoffensive fortsetzen.

Nachhaltigkeit wird auch in der kommenden Rezession nicht an Bedeutung verlieren, sie ist eine Forderung des Marktes und muss in der gesamten Supply Chain gelebt werden. Die PPV Industrie wird weiter ihre Beitrag leisten durch Ressourcenschonung, Energieeffizienz, umweltgerechte Produktgestaltung und Recycling. (us)

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Mag. Rudolf BERGOLTH
PPV - Fachverband der Papier und Pappe
verarbeitenden Industrie Österreichs
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