Industrie: Auftragseingänge brechen ein

Auch Export rutscht ins Minus - Konjunktureinschätzung mehrheitlich negativ - Finanzierungssituation für Betriebe problematisch

Wien (PWK930) - Mit einer sich dramatisch verschlechternden Situation ist die heimische Industrie konfrontiert: "Uns brechen die Auftragseingänge ein und wir blicken sorgenvoll auf das erste Halbjahr 2009", betonte heute, Dienstag, der Geschäftsführer der Bundessparte Industrie, Manfred Engelmann. Bereits im ersten Halbjahr 2008 ist die Industrie nach vorliegenden Zahlen mit einer Reduktion der Auftragseingänge von 0,9 Prozent (Inland minus 2,5 Prozent) konfrontiert. Setzt sich dieser Trend im vierten Quartal 2008 und dem ersten Quartal 2009 fort, rechnet Engelmann mit einer deutlichen Verschlechterung auch beim Produktionswert. "Die jetzige Situation ist bedrohlicher als 2001 und ähnlich wie Anfang der 1990er Jahre."

Auch im Export stehen die Zeichen auf Sturm: Nach den zweistelligen Zuwachsraten 2007 geht Engelmann von einer spürbaren Verlangsamung aus, da die Ausfuhren nach Deutschland und Italien kaum mehr zunehmen und der nordamerikanische Markt im hohen einstelligen Bereich Rückgänge verzeichnet. "Alles in allem kein rosiges Bild für unsere Betriebe, vor allem im Autozulieferbereich, die durch die internationale Absatzkrise immer mehr unter Druck stehen", so Engelmann, "der Rückgang bei den Auftragseingängen erfasst rasch immer mehr Industriebereiche."

Die Konjunktureinschätzung der Industriefachverbände bei Produktion, Auftragseingängen und Beschäftigtenanzahl fällt für das kommende Quartal daher dementsprechend aus: Bei der Produktion fiel der Saldo der erfassten 18 Fachverbandseinschätzungen "steigend" minus "fallend" von "+4" auf "-1", wobei fünf Fachverbände Produktionseinbußen erwarten und vier Fachverbände mit Steigerungen rechnen. Im vorangegangenen zweiten Quartal schätzten noch fünf Fachverbände die Entwicklung positiv ein - nur eine Branche rechnete mit einem Rückgang.

Besondere Probleme bereitet den Industriebetrieben derzeit die Finanzierungssituation: "Unsere innovativen KMU kommen, wie wir auch aus anderen Branchen wissen, nur schwer an frisches Geld. Das ist bei kapitalintensiven Produktionen bzw. Maschinenzukäufen besonders tragisch, da diese über den erfolgreichen Fortbestand eines Unternehmens entscheiden können", kritisiert der Geschäftsführer. Engelmann hofft, dass noch "deutlich vor Weihnachten" die Banken in ihrer Haltung umschwenken und damit neue Finanzierungen für die Betriebe in Gang kommen. Die Industrie begrüßt die Ankündigung des Gouverneurs der OeNB, Ewald Nowotny, die Finanzierung durch die Notenbank mit Auflagen hinsichtlich überproportionaler Kreditvergaben der Geschäftsbanken vor allem auch an KMU zu verbinden. "Es darf nicht sein, dass Misstrauen und Unsicherheit bei den Kreditinstituten die ohnehin durch die bisherige Finanzmarktkrise schon beeinträchtigte Realwirtschaft zusätzlich schädigen", so Engelmann. (us)

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