solidar Präsident Weidenholzer weist auf Gefahren der neuen EU-Arbeitszeitrichtlinie hin

"Das könnte bis zu 78 Wochenstunden bedeuten und ist nicht akzeptabel"

Wien (OTS) - Am 16. Dezember 2008 wird in zweiter Lesung im EU-Parlament eine neue Arbeitszeitrichtline behandelt. Das würde bedeuten, dass die Arbeitszeit pro Woche weiterhin bei höchstens 48 Stunden liegt - aber die einzelnen EU-Staaten haben aufgrund zahlreicher Ausnahmeregelungen die Möglichkeit, diese auf bis zu 78 Stunden pro Woche auszudehnen.

"Ich kann absolut nicht nachvollziehen, warum die EU-Kommission und die EU-ArbeitsministerInnen die Zeichen der Zeit derartig falsch deuten. Die Arbeitslosigkeit steigt, und der Druck auf jene, die Arbeit haben, soll noch weiter steigen. Das ist absolut inakzeptabel und ein völlig falsches wirtschaftspolitisches Signal. Wir wollen nicht in die Zeit des Frühkapitalismus zurückfallen, sondern eine faire Verteilung der Arbeit und gesunde und motivierte MitarbeiterInnen" so der Präsident der Volkshilfe Österreich Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer in seiner Funktion als Präsident von solidar, dem großen NGO Netzwerk.

Die Befürworter wenden ein, dass bei einer derartigen Ausweitung der Arbeitszeit die betroffenen ArbeitnehmerInnen ihre Zustimmung geben müssen. "Das ist aber angesichts steigender Arbeitslosenzahlen fast ein zynisches Argument. Denn die Angst, die Arbeit zu verlieren, wird die Menschen dazu bringen, Verhältnisse zu akzeptieren, die absolut ungesund sind" so solidar Präsident Weidenholzer.

Im Fall einer positiven Verabschiedung dieser Richtlinie würden jene Urteile des EuGH, die bisher zugunsten der ArbeitnehmerInnen ausfielen, ausgehebelt. Für Österreich wäre die
Konsequenz, dass das Arbeitszeitgesetz vom 1.1.2008 zur Disposition steht.

Weidenholzer appelliert " an die Verantwortung der EU-Parlamentarier für die arbeitenden Menschen in Europa. Ich fordere Sie eindringlich auf, am 16. Dezember 2008 dagegen zu stimmen, gegen diese EU-Arbeitszeit-Richtlinie. Diese Richtlinie ist unsozial und ungerecht, wir brauchen eine faire Verteilung der Arbeit."

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