"EU bedeutet Freiheit, Friede, Sicherheit"

Villacher Bürger und Bürgerinnen diskutieren über Europa

Villach (OTS) - Die Sicherheit in einem zusammenwachsenden Europa stand im Mittelpunkt einer angeregten Bürgerdiskussion gestern Abend im Congress Center Villach. Mehr als 150 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, um mit Politikern aus Stadt, Land und dem Europäischen Parlament ihre Anliegen, Wünsche und Ideen zur europäischen Integration zu diskutieren. Im Zentrum der Debatte mit Landesrat Dr. Josef Martinz, den Europaparlamentariern Wolfgang Bulfon, Andreas Mölzer und Dr. Hubert Pirker sowie Bürgermeister Helmut Manzenreiter standen unterschiedliche Aspekte der Sicherheit, von der sozialen über die militärische bis zur wirtschaftlichen Sicherheit als Anforderungen an ein gemeinsames Europa.

Kärnten als Nettoempfänger der EU

Ein Großteil des Villacher Publikums sieht in der EU sehr wohl große Vorteile. Landesrat Martinz weist in diesem Zusammenhang unterstützend darauf hin, dass Kärnten durch viele Förderungen 85 Mio. Euro pro Jahr als Netto-Empfänger erhält und somit kein Nettozahler - wie vielfach verbreitet - sei. Allein die Stadt Villach profitierte in den vergangenen sechs Jahren von 4 Mio. Euro an EU-Förderungen. Abgeordneter Bulfon beobachtet in Kärnten nicht zuletzt aufgrund dieser umfassenden Förderunterstützungen eine positive EU-Stimmung in Kärnten. Dennoch gibt es viele Bereiche, welche das gemeinsame Europa vor neue Herausforderungen stellen.

Bürger wünschen Lösungen für soziale Sicherheit

Hinter dem Verlangen nach Lösungen für soziale Sicherheit stehen oft Ängste der Bevölkerung vor internationalen kriminellen Netzwerken (Themen Drogen, Waffen, Menschenhandel). Aber vor allem in Fragen der Bekämpfung der internationalen Kriminalität sei, so die einhellige Antwort der Podiumsteilnehmer, nur eine grenzüberschreitende, enge Zusammenarbeit zielführend. Bei aller Kritik, so Abgeordneter Pirker, sei die Europäische Union immer noch das beste System, welches Sicherheit über die Grenzen hinweg biete. Nicht umsonst denken südamerikanische und asiatische Staaten bereits daran, dieses System zu kopieren.

Umfassende EU-Information notwendig und wichtig

Zahlreiche Gäste orteten auch einen Mangel an Information über Europa. Europaparlamentarier Pirker wünscht sich, dass überall EU drauf stünde, wo EU drinnen ist. Mit der Kennzeichnung von geförderten Projekten mithilfe blauer Tafeln würde man in Kärnten schnell bemerken, wo überall die EU dahinter steht. In der medialen Berichterstattung überwiege, so ein Bürger, allerdings oft populistische EU-Kritik. Daher sollen Politiker ihren Beitrag leisten, dass die mediale Berichterstattung insgesamt positiver wird und aufklärend gegen die Boulevardisierung von EU-Themen wirken. Immerhin stünde die EU für "Friede, Freiheit, Sicherheit", so eine Bürgerin. Jugendliche Gäste aus Villach forderten verstärkte Aufklärungsarbeit von den regionalen Behörden, um die Möglichkeiten, die die EU bietet, noch besser nutzen zu können. Man müsse eine größere "Identifikation mit der EU" im Rahmen der Schulbildung aufbauen. Bürgermeister Manzenreiter bietet in diesem Zusammenhang sein stets offenes Ohr an und bekennt sich zur Förderung der Jugend durch mehr Information rund um die Europäischen Union. Abgeordneter Mölzer ruft in diesem Zusammenhang dazu auf, die EU transparenter, unbürokratischer und demokratischer zu machen. Ehrliche und intellektuell redliche Kritik leiste einen wichtigen Beitrag zur Fortentwicklung Europas, so Mölzer.

Adolf Winkler, Chefredakteur-Stellvertreter der Kleinen Zeitung, moderierte souverän eine hitzige und sehr spannende Diskussion, die ein wichtiges Forum für die Stimmen der Bürgerinnen und Bürger rund um Themen der Europäischen Union darstellt.

Bürgerforum tourt weiter durch Österreich

"Die Idee des Bürgerforums stellt eine wichtige Plattform für die Verbindung zwischen den Bürgern und deren Vertreter dar und wird vom Europäischen Parlament auch im kommenden Jahr weitergeführt werden", so Mag. Wolfgang Hiller, Leiter des Informationsbüros des Europäischen Parlaments für Österreich.

Nach Graz, Krems, Innsbruck, Linz, Salzburg und Villach steht im März 2009 Bregenz als nächste Station auf dem Programm. Diese Veranstaltungsreihe ist nicht zuletzt mit Blick auf die kommenden Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 2009 von besonderer Bedeutung.

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