Favoritens Bezirksgeschichte(n) auf eigener DVD

Aufführungen im Kepler Kino

Wien (OTS) - Nach Rudolfheim-Fünfhaus legt die Wiener Filmfirma artkicks nun mit einem Porträt über den 10. Bezirk eine weitere Bezirks-DVD vor, die in Summe einen guten Überblick über den Werdegang dieses lokalpatriotisch gut ausgestatten Teil Wiens ermöglicht. Ob Matthias Sindelar, Fatty George, Ziegelböhm` und Ankerbrot, Viktor Adler und "Sodom und Gomorrha" auf dem Laaerberg (1922), Böhmischer Prater, Horr Stadion, Amalienbad, Wasserturm oder Kurhalle Oberlaa: Es ist nicht typisch für einen Wiener Bezirk, dass man über diesen nahezu im Staccato-Ton Sehenswertes ohne touristischen Anspruch aufzählen kann. Favoriten bildet da eine Ausnahme, wobei das "Geheimnis" der Fülle bzw. der hohe Speicheranteil auf der archivarischen Festplatte Wiens nicht gelüftet wird. Sechs Kapitel erzählen in einem gut geschnittenen Potpourri an historischen Aufnahmen, Interviews mit Bezirksbewohnern und gegenwärtigen Aufnahmen von Favoriten den Werdegang dieses ehemaligen Industriebezirks nach, der in den 1970er Jahren an das allgemeine Stadtgeschehen mit der U1 angedockt wurde.

Die DVD legt ihren Schwerpunkt eher auf das Gestern als das Heute: Die Gegenwart kommt etwas willkürlich und unkonzipiert via Gebietsbetreuung, sommerliche Marktsequenzen auf der Favoritner Strasse, Aufnahmen von den Wienerberg-Towers und einer Fülle an PR-Textblasen daher, das Gestern gibt sich da deutlich betulicher, genauer, ja manchmal auch nostalgisch, vor allem dort, wo sich Bezirksbewohner ihrer Kindheit im Böhmischen Prater erinnern. Wasserversorgung und Ziegelwerke, Rotes Wien und Nazi-Zeit, USIA-Betriebe in sowjetischer Hand: Der Film hat einen deutlichen zeitgeschichtlichen Zugang, wobei die tschechische Migration im späten 19. Jahrhundert - damals zogen um die 120.000 tschechischsprachige Menschen aus den Kronländern der Monarchie nach Wien - besonders hervorgestrichen wird. Heutige Migration, heutiges Leben zwischen Eissalon Tichy am Reumannplatz und Wienerberg, Kepler Kino - hier wird übrigens auch das Bezirksporträt gezeigt - und musealem Wasserturm werden eher gestreift, denn wirklich aufgesucht. Macht nichts: Dass die Rubrik Bezirksgeschichte einmal nicht statisch und in schwarz/weiß-Aufnahmen daher kommt sondern flott und musikalisch gut unterlegt, ist nicht nur ein erfreulicher Medienwechsel, sondern wird vor allem ein jüngeres Publikum zu interessieren wissen. Schönes Detail: So wie bereits auch das 2007 erschienene Porträt über den 15. Bezirk nutzt auch die Favoriten-DVD die vielen "Schätze" des Bezirksmuseum im 10. Bezirk. Für Schulen werden übrigens auf der Homepage der Firma auch Unterrichtsmaterialien zum Download angeboten. Die DVD liegt u.a. in Postfilialen, in Buchhandlungen auf der Favoritenstrasse und im Bezirksmuseum Favoriten (10., Ada-Christen-Gasse 2 B) auf. Infos auch unter: www.artkicks.at

Artkicks: "Wien Favoriten. Die Geschichte des 10. Wiener Gemeindebezirks. Von den frühen Anfängen bis heute." Länge: 45 Minuten, Euro 20,50. (Schluss) hch

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