Neues Volksblatt: "Bergführer" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 29. November 2008

Linz (OTS) - Mehrfach war in den letzten Tagen davon die Rede,
dass der neue ÖVP-Bundesparteiobmann Josef Pröll die schwierige Aufgabe des Bergführers übernommen habe. Pröll selbst hat kein Hehl daraus gemacht, wo er die Partei, die er wieder in lichtere Höhen führen will, derzeit sieht - nämlich ganz unten.
Wie schwierig es in einer die Individualität hoch haltenden Partei ist, dass alle in eine Richtung marschieren, wurde zuletzt deutlich sichtbar. Nicht dass man sich die SPÖ als Vorbild nehmen sollte, aber von der Geschlossenheit der Genossen kann man sich etwas abschauen. Während selbsternannte ÖVP-Weise via Medien ihre Ratschläge Richtung Pröll rufen und damit das Bild der zerrissenen Partei erst so richtig zeichnen, schart sich in der SPÖ alles hinter Faymann. Alfred Gusenbauer: abserviert, Maria Berger: abserviert, Christoph Matznetter: abserviert, EU-affine Genossen: auf dem Abstellgleis -doch keiner muckt auf.
Es bleibt wirklich nur zu offen, dass Pröll mit dem Parteitagsvotum nicht nur die Bergführerschaft verliehen wurde, sondern dass es auch den Willen der gesamten Seilschaft ausdrückt, den Weg auf den Gipfel in Angriff nehmen zu wollen.

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