Brasilien. Erschreckende Zunahme der Amazonaszerstörung

12.000 Quadratkilometer verloren - Vier Prozent mehr Verlust als zuvor

Wien (OTS) - Die brasilianische Regierung hat heute Nachmittag die neuesten Zahlen zum Verlust des Regenwaldes am Amazonas veröffentlicht. Demnach wurden im Zeitraum von Juli 2007 bis August 2008 11.968 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt oder sind Bränden zum Opfer gefallen. Das entspricht einer Zunahme der Zerstörung des Amazonasregenwaldes von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Bundesstaaten Mato Grosso und Pará führen die Liste der am stärksten zerstörten Regionen an. Dies hat die Untersuchung des Projekts zur Erforschung der Entwaldung des Amazonasgebiets ergeben. Das auf Satellitenaufnahmen gestützte Ergebnis zeigt, dass der größte zusammenhängende Regenwald der Erde in großer Gefahr ist. "Die neuesten Zahlen zeigen, dass wir sofort handeln müssen, bevor es zu spät ist. Die Klimakonferenz in Poznan, die nächste Woche beginnt, muss die Weichen für das 21. Jahrhundert stellen, denn Regenwaldschutz ist Klimaschutz", betont die WWF-Amazonasexpertin Martina Glanzl heute Abend.

Die Wälder an dem Flusssystem mit 1.100 Flüssen sind von großer Bedeutung für das Weltklima. In dem 6,7 Millionen Quadratkilometer umfassenden Gebiet, das größer als Europa ist, sind 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Das entspricht dem gesamten Ausstoß von Treibhausgasen aller Staaten der Welt in 15 Jahren. Sollte der Amazonaswald abgeholzt werden, erwarten Klimawissenschaftler einen markanten Anstieg des Klimawandels. Zusammen mit der brasilianischen Regierung und internationalen Organisationen arbeitet der WWF an einem umfassenden Schutzgürtel im Ausmaß von 600.000 Quadratkilometern zum Schutz des Amazonas. Der Schutz der Regenwälder ist essenziell für den Schutz des Weltklimas, an dem die internationale Klimakonferenz in Poznan in den nächsten zwei Wochen arbeiten wird. Der WWF hat auch die österreichische Bundesregierung gestern aufgefordert, sich für den Regenwaldschutz stärker einzusetzen.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 0676-83488-231.
Offener Brief an die österreichische Bundesregierung: www.wwf.at/presse.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WWF0045