Aktienforum sieht in Streichung des Regierungsbeauftragten ein verheerendes Signal

Globale Finanzkrise macht aktive Kapitalmarktpolitik zur Stärkung des Finanzplatzes weiterhin notwendig

Wien (OTS) - "Die geplante Streichung der Funktion des Regierungsbeauftragten für den Kapitalmarkt wäre ein verheerendes -wenn nicht sogar katastrophales - Signal der neuen Bundesregierung. Der heimische Kapitalmarkt braucht gerade jetzt diese Funktion zur Koordinierung der Regierungsaktivitäten, um den österreichischen Finanzplatz in Zeiten der globalen Finanzkrise weiter zu stärken," hält Dr. Hellmut Longin, Präsident des Aktienforums, unmissverständlich fest. Die zahlreichen Initiativen, die in den letzten Jahren von Dr. Richard Schenz in dieser Funktion gesetzt wurden, haben maßgeblich dazu beigetragen den österreichischen Kapitalmarkt als wichtigste Finanzierungsquelle der Unternehmen und als Alternative zur Vermögensbildung der privaten Haushalte zu etablieren und in Richtung des EU-Durchschnitts zu entwickeln. Die massiven Kursrückgänge der letzten Monate sind die Folge der internationalen Finanzkrise und im Gegensatz zur "New Economy Bubble", oder den Finanzskandalen der späten 90er Jahre, nicht die Folge eines Fehlverhaltens der börsenotierten Unternehmen. Trotz des Aufwärtstrends der letzten Jahre, bleibt Österreich in den wesentlichen Kennzahlen, wie Marktkapitalisierung, Eigenkapitalquote der Unternehmen, Private Equity Investitionen oder Finanzvermögen der privaten Haushalte, deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Österreich bleibt damit im Bezug auf den Finanzmarkt weiterhin ein "Entwicklungsland", und eine aktive Kapitalmarktpolitik muss daher weiterhin politische Priorität besitzen.

"Die österreichischen Unternehmen und ihre Aktionäre sind Opfer der internationalen Finanzkrise. Die Bundesregierung wäre gut beraten jetzt ein klares Signal aus zu senden, dass eine aktive Kapitalmarktpolitik weiterhin in ihrem Fokus liegt. Gerade wenn die Kreditfinanzierung ausfällt, müssen auch alternative Finanzierungsformen gestärkt werden, um die Abhängigkeit der österreichischen Unternehmen von Fremdkapital weiter zu reduzieren. Um die Wirtschaft anzukurbeln, bedarf es nicht immer Milliardenpakete. Gute Rahmenbedingungen für Unternehmen und Anleger zu schaffen ist ungleich billiger und meistens sogar wirksamer, als Steuergeld für teilweise sinnlose Investitionsprojekte zu verschwenden. Wir hoffen daher sehr, dass die Bundesregierung ihre Entscheidung überdenkt, weiterhin einen Regierungsbeauftragten für den Kapitalmarkt bestellt, und sich somit doch zur Stärkung des Finanzplatzes und damit des Standortes bekennt," so Longin abschließend.

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