Claudia Schmied präsentiert 5-Punkte Programm gegen Gewalt an der Schule

Verpflichtend in der Lehrerausbildung, mehr Schulpsychologen, Programme gegen Gewalt, Verhaltensvereinbarungen, Vernetzungstreffen

Wien (OTS) - Das Thema "Gewalt an der Schule" ist eine zentrale Aufgabe für Politik und Gesellschaft. Bildungsministerin Claudia Schmied hat das Problem erkannt und bereits im März die große Anti-Gewalt-Initiaitve "Die Weiße Feder. Gemeinsam gegen Gewalt" (www.weissefeder.at) ins Leben gerufen.

Aufgrund der Wichtigkeit des Themas hat Bildungsministerin Claudia Schmied alle Partner im Bereich der Gewaltprävention (Schulaufsicht, Polizei, Schulpsychologen, Landesschulräte, Sozialarbeiter, Lehrervertreter, Schulpartner, Experten, NGOs,...) zum heutigen großen Anti-Gewalt-Gipfel geladen. Alle Beteiligten sollen über das weitere Vorgehen beraten und entscheiden, wie man noch besser gemeinsam gegen Gewalt an Schulen vorgehen kann. "Die Lehrer können soziale Probleme nicht alleine lösen. Sie brauchen Partner, wie Sozialarbeiter, Psychologen und die Polizei, die sie bei dieser Herausforderung unterstützen. Auch die Eltern müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und dürfen ihre Kinder und deren Lehrer nicht alleine lassen. Wir müssen diese Aufgabe gemeinsam meistern", so Bildungsministerin Claudia Schmied vor dem Gipfel.

Neben dem Gipfel hat Bildungsministerin Claudia Schmied den heutigen Tag zum österreichweiten Aktionstag gegen Gewalt an der Schule gemacht. Alle Schulen sind aufgefordert, den Tag für spezielle Programme und Projekte gegen Gewalt an der Schule durchzuführen. "Heute sollen alle Schulen ein Zeichen setzen: Gewalt hat an der Schule keinen Platz! Deshalb habe ich alle Schulen aufgefordert an diesem Tag im Rahmen des Unterrichts Schwerpunktprogramme zur Gewaltprävention zu setzen", so Claudia Schmied.

Bereits vor dem Gipfel präsentierte Bildungsministerin Claudia Schmied ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen Gewalt an der Schule. "Es ist Aufgabe der Politik, bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Schulpartner vor Ort beste Arbeit leisten können. Dieses 5-Punkte-Programm hat ein Volumen von rund 2,9 Millionen Euro", so Schmied.

5-Punkte-Programm gegen Gewalt:

Ziele des Programms:

  • Förderung von Sensibilität und Wissen über die verschiedenen Formen von Gewalt, Aggression und Konflikte
  • Förderung von sozialen Kompetenzen sowie von Kompetenzen und Strategien mit Gewalt, unerwünschtem Verhalten umzugehen
  • Förderung von Verantwortlichkeit und Zivilcourage

Das bedeutet für die Schule:

Schaffung eines positiven Umfeldes, das aggressives Verhalten unterbindet und dadurch motivations- und leistungsfördernd wirkt. Gewaltprävention wirkt sich unmittelbar auf das Schulklima positiv aus.

Maßnahmen:

1. Qualifizierungsoffensive in der LehrerInnenbildung:

Ausbildung:

Ab dem Studienjahr 2009/2010 wird es für ALLE angehenden Pflichtschullehrer ein verpflichtendes Ausbildungsmodul zur Stärkung sozialer Kompetenzen geben. So werden die Pädagogen befähigt, den Schülern soziale Kompetenzen zu vermitteln, professionell mit Konflikten umzugehen und zur Gewaltprävention beizutragen.

Fortbildung:

Gewaltprävention und soziales Lernen ist Schwerpunkt in der LehrerInnenfortbildung 2009. An allen Pädagogischen Hochschulen (PH) sind in einem Train the Trainer-Programm MultiplikatorInnen ausgebildet worden. 2009 steht in Folge an allen PH ein umfangreiches Fortbildungsangebot (Hochschullehrgänge z.B. für Peer Mediation oder ein ReferentInnenpool für schulinterne Veranstaltungen) zur Verfügung. Das innovative Modul "Persönlichkeitsbildung und soziales Lernen" ermöglicht den Pädagogischen Hochschulen über Gewaltprävention hinaus einen Schwerpunkt auf das breite Thema soziales Lernen für die LehrerInnen zu setzen.

2. Jetzt fix: Mehr Schulpsychologen:

SchulpsychologInnen leisten nicht nur in Krisenfällen wertvolle Beratungs- und wichtige Vernetzungsarbeit. Eine Aufstockung der SchulpsychologInnen ist Teil des Regierungsprogramms. Eine Aufstockung der Schulpsychologen um 20 Prozent auf 180 Planstellen wird bereits 2009 durchgeführt.

Außerdem bilden die verstärkte Kooperation mit außerschulischen Partnern und die Umsetzung von Modellprojekten zum Einsatz von SozialarbeiterInnen und SozialmoderatorInnen in den Schulen einen weiteren Schwerpunkt im Jahr 2009.

3. Ausbau von Programmen zur Gewaltprävention:

Erfolgreiche Gewaltpräventionsprogramme für die Schulen werden ausgebaut und vom Bildungsministerium zur Verfügung gestellt.

Volksschule:

600 Module des Gewaltpräventionsprogramms "Faustlos" kommen derzeit in den österreichischen Volksschulen zum Einsatz. Für 2009 ist eine Aufstockung um weitere 600 Stück auf 1.200 "Faustlos-Koffer" geplant.

Hauptschule und AHS-Unterstufe:

Das soziale Kompetenztraining "WiSK" (Wiener soziales Kompetenztraining), wird auf alle Bundesländer ausgeweitet. Es zielt auf 10- bis 16-Jährigen ab und ist ein ganzheitliches Schulkonzept, das auf die Einbindung der Schulpartner abzielt. Es wurde von Christiane Spiel entwickelt und soll in dieser Altersgruppe eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema "Gewalt an der Schule" ermöglichen. Ziel von "WiSK" ist die Reduktion von aggressivem Verhalten.

4. Verhaltensvereinbarungen:

Verhaltensvereinbarungen sind ein wirksames Instrument für ein gutes Schulklima und eine gelebte Schuldemokratie. Jede Schule soll Verhaltensvereinbarungen von Schülern, Lehrern und Eltern abschließen.
Um die Schulen bei der Entwicklung von Verhaltenseinbarungen zu unterstützen werden Best Practice-Modelle gesammelt und gemeinsam mit Unterrichtsmaterialien auf der Website www.weissefeder.at zur Verfügung gestellt.
In Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen wird das BMUKK für die Schulen ein Unterstützungsangebot für die Prozessbegleitung bei der Einführung von Verhaltensvereinbarung zur Verfügung stellen. Wichtig ist das Zusammenwirken von Schülern, Eltern und Lehrern. Es geht um Disziplin und Respekt.

5. Jährliches Vernetzungforum aller Partner und Institutionen

Die Öffnung und Vernetzung der Schulen mit externen Partnern und Institutionen ist ein wesentlicher Schritt, um erfolgreiche Maßnahmen zur Gewaltprävention zu setzen. Die Schulen treten mit Partnern in einen Dialog, es entsteht ein wichtiger Erfahrungs- und Wissensaustausch, es bildet sich ein Netzwerk. Ein wichtiger Beitrag dazu ist das in Zukunft jährlich stattfindende Vernetzungsforum aller Partner und Stakeholder-Gruppen.

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=200811&e=20081128_g&a=event

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Nikolaus Pelinka
Tel.: (++43-1) 53 120-5030

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