Anton-Webern-Tag in Ö1 zum 125. Geburtstag des Komponisten am 3.12.

Wien (OTS) - Am Mittwoch, den 3. Dezember ist Anton-Webern-Tag in Ö1: Anlässlich des 125. Geburtstags des österreichischen Komponisten steht Webern in allen moderierten Musiksendungen dieses Tages im Mittelpunkt.

Vor 125 Jahren, am 3. Dezember 1883, wurde einer jener Künstler geboren, die die Kunst für Jahrzehnte in ihrer Entwicklung beeinflussten: Der Komponist Anton Webern wurde unmittelbar nach seinem Tod - es war der berühmte unfallsähnliche Schuss eines Besatzungssoldaten in Mittersill 1945 - zum "role model" für zumindest ein zwei Generationen von Komponisten. Unmittelbar nach dem Krieg wollten die Künstler eines am Allerwenigsten: Musik komponieren, die von Machthabern missbraucht werden könnte. Und da kam die aufs äußerste konzentrierte Musik von Anton Webern gerade recht; Musik als die pure Essenz von Kunst, Expression, Ausdruck.

Webern selbst frönte einerseits diesem Ideal und verehrte den Bergkristall als naturmystische Verkörperung von Klarheit und Konzentration, benahm sich aber über weite Strecken viel alltagspraktischer, arbeitete mit Arbeiterchören und nahm all die Musik seiner Zeit vom Schlager bis zu Gustav Mahler aufmerksam und leidenschaftlich wahr.

Diesem Ausnahmekünstler, seiner Musik, aber vor allem auch all der Musik rund um ihn, widmet Ö1 am 3. Dezember anlässlich des 125. Geburtstages von Anton Webern einen Schwerpunkttag.

Zum Auftakt präsentiert Renate Burtscher im "Pasticcio" (8.15 Uhr) Musik, die Webern sehr mochte oder sehr hasste. Zu hören sind Werke von Richard Wagner und Ludwig van Beethoven, die Webern schätzte, sowie Oscar Straus und Claude Debussy, die er ablehnte.

Unter dem Motto "Ein Zwölftöner trifft Alte Musik" bietet Hans-Georg Nicklaus im Magazin "Ausgewählt - Abenteuer Interpretation" Kostproben von Anton Weberns Schubert-, Strauß- und Bach-Bearbeitungen (10.05 Uhr).

In "Ö1 bis Zwei" (13.00 Uhr) präsentiert Albert Hosp u.a. die neueste Aufnahme von Weberns Quartett op.22, in dem dieser - eine Rarität - für Saxofon komponiert hat; außerdem ein frühes, bezauberndes Chorwerk: "Entflieht auf leichten Kähnen", op.2.

Musik rund um Webern steht in "Apropos Klassik" (15.06 Uhr) mit Johannes Leopold Mayer im Mittelpunkt. Zu hören sind u. a. Schostakowitsch und Anton Bruckner mit frühen Werken, Robert Fuchs mit einer seiner einstmals berühmten Serenaden und der "Choralis constantinus" von Heinrich Isaac, den Anton Webern bewunderte.

Wie Anton Webern und die Zweite Wiener Schule ihr Echo in Musik aus allen Richtungen findet, unter besonderer Berücksichtigung der Wiener Musik, beweist Mirjam Jessa in den "Spielräumen" (17.30 Uhr) mit Hörbeispielen u.a. von Georg Breinschmid, dem Attensam Quartett, dem Ensemble EXXJ, und dem Motion Trio.

Die Webern-Kompositionen "Fuga-Ricercata nach Bach", "Passacaglia" op.1, "Sechs Stücke für Orchester" op.6, und "Variationen für Orchester" op.30 sind in "Philharmonisches in Ö1" (19.30 Uhr) zu hören.

In "Zeit-Ton" (23.05 Uhr) präsentiert Christian Scheib das einzige Theaterstück von Webern in Hörspielfassung, "TOT - sechs Bilder". In diesem Stück mit stark autobiografischen Zügen verarbeitete Webern den Tod seines kleinen Neffen im Jahr 1913.

Ab Mitternacht stellt Otto Brusatti in "Webern und sein Zeit-Klang", Weberns wichtigste Kompositionen des freitonalen und 12-Ton-Bereiches anderen Star-Werken des Entstehungsjahres gegenüber - z. B. Strauss, Strawinsky, Bartók, Debussy, aber auch Schlager und Filmmusik.

Mehr zum Programm von Ö1 ist unter oe1.ORF.at abrufbar.(hb)

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