Weihnachtlicher Konsumzwang erhöht Ladendiebstähle

Etwa ein Fünftel aller Ladendiebstähle passiert in der Weihnachtszeit. Der Konsumzwang ist für manche größer als die Hemmschwelle zur Kriminalität.

Wien (OTS) - In Österreichs Kaufhäusern gibt es jährlich rund 24.000 Diebstähle - etwa ein Fünftel davon wird in den Monaten November und Dezember verübt. Die tatsächliche Anzahl an Ladendiebstählen ist jedoch höher, da viele Vorfälle gar nicht bemerkt und somit auch nicht zur Anzeige gebracht werden. "Eine Ursache für die Zunahme von Diebstählen in der Vorweihnachtszeit ist die Tatsache, dass sich nicht alle schenkfreudigen Konsumenten die Ausgaben für Geschenke leisten können. Neben dem Überziehen des Kontos oder dem Leihen von Geld, schrecken im Advent etliche vor Ladendiebstahl nicht zurück, um den Geldmangel zu verbergen", weiß Mag. Birgit Zetinigg, Leiterin des Bereichs Eigentum & Feuer im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Weihnachtszeit wird als Zeit des Konsumzwangs erlebt

Das Besorgen von Weihnachtsgeschenken wird von vielen Menschen als belastend empfunden und die stille Zeit des Jahres zunehmend als Zeit des Konsumzwangs erlebt. "Man möchte seine Lieben nicht enttäuschen und in etwa gleichwertige Gegengeschenke überreichen. Oft fällt es daher schwer, sich den materiellen Verlockungen zu entziehen - auch dann, wenn die finanziellen Mittel nicht ausreichen", sagt Zetinigg. Es überrascht nicht, dass jene Produkte am häufigsten gestohlen werden, die auch auf den Wunschlisten für Heiligabend ganz oben stehen: Kosmetika, Bekleidung, Videospiele und elektronische Produkte werden im Schutz des Kaufhausgedränges am öftesten entwendet.

Jugendliche besonders gefährdet

Besonders die Gruppe der 14- bis 24-Jährigen ist dem Konsumzwang ausgesetzt. Wertestudien zeigen, dass Jugendliche und junge Erwachsene sich vermehrt über Statussymbole und materielle Güter definieren. "Nur wer beispielsweise das neueste oder teuerste Handy hat, kann bei Gleichaltrigen dazugehören. Das wird dann zum Problem, wenn die finanziellen Mittel zur Befriedigung dieses Konsumbedürfnisses nicht ausreichen und kriminelle Strategien angewandt werden, um den Konsumzwang dennoch zu erfüllen", betont Zetinigg. Dass für so manchen Ladendiebstahl der einzige Ausweg aus diesem Zwang zu sein scheint, gibt zu denken. Umso wichtiger ist es, dass Weihnachten nicht als reines Konsumfest gefeiert wird. Es muss nicht immer das teuerste Geschenk sein. Gemeinsam verbrachte Zeit oder kleine Hilfestellungen im Alltag kosten nichts und haben einen deutlich höheren Wert als ein gestohlenes Geschenk.

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Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
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E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
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