Pensionskassen informieren Kunden über Folgen der Finanzmarktkrise

Wien (OTS) - Die heimischen Pensionskassen versenden in den nächsten Tagen Briefe an Bezieher einer betrieblichen Zusatzpension, um sie über die Auswirkungen der Kapitalmarktkrise auf künftige Pensionszahlungen zu informieren. Laut Fachverband der Pensionskassen will man damit den Kunden die Möglichkeit geben, zu erwartende Pensionskürzungen rechtzeitig in der Ausgabenplanung zu berücksichtigen.

"In den vergangenen Wochen wurde von manchen öffentlich darüber spekuliert, welche Auswirkungen die Finanzmarktkrise auf die Zusatzpensionen hat, und oft wurden falsche Zahlen genannt", so Fritz Janda, Geschäftsführer des Fachverbandes der Pensionskassen. "Mit den Briefen wollen wir für jeden Einzelnen Klarheit schaffen, in welchem Ausmaß mit einer Verringerung der Pension zu rechnen ist."

Der im Jahr 2009 zu erwartende Abstrich bei den Zusatzpensionen beträgt durchschnittlich minus 12 Prozent. Wurden 2008 noch rund 400 Mio. Euro an 58.000 Bezieher einer Betriebspension ausbezahlt, so werden es im kommenden Jahr rund 360 Mio. Euro sein. 10.000 Pensionisten sind von der Kapitalmarktkrise nicht betroffen, da bei ihnen die Kapitalmarktschwankungen über den ehemaligen Arbeitgeber ausgeglichen werden.

"Obwohl minus zwölf Prozent ein bitteres Ergebnis sind, liegen die Pensionskassen im Vergleich noch moderat, haben doch beispielsweise Anleihen von Banken einen negativen Ertrag von unter minus zehn Prozent zu verzeichnen gehabt und die Aktienmärkte mit minus 36 Prozent den stärksten Einbruch seit dem Jahr 1931 erlebt, abgesehen von anderen Finanzprodukten mit zum Teil noch stärkeren Verlusten", so Janda. Es zeige sich, dass die heimischen Pensionskassen in der schwierigen Situation richtig reagiert haben und somit noch größere Verluste hintangehalten werden konnten.

Die Pensionskassen-Branche hat bereits seit Jahresbeginn Maßnahmen gesetzt, um die Auswirkungen der Kapitalmarktkrise auf die Zusatzpensionen möglichst gering zu halten. So wurde von vielen Pensionskassen der Aktienanteil stark reduziert und stattdessen stärker in Staatsanleihen und Geldmärkte investiert. Allerdings ist es einer kapitalmarktgedeckten Einrichtung unmöglich, sich den Entwicklungen an den Finanzmärkten in einem derart außergewöhnlichen Jahr völlig zu entziehen.

Seit ihrer Gründung in den Neuzigerjahren erwirtschafteten die Pensionskassen ein durchschnittliches Veranlagungsergebnis von 6,8 Prozent pro Jahr. Janda weiter: "Trotz der schwierigen Situation an den Finanzmärkten bleibt die Pensionskassen-Altersvorsorge eine sichere Alternative zu anderen Betriebspensionen. In der Vergangenheit wurden viele Firmenpensionen bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten des ehemaligen Arbeitgebers widerrufen oder komplett eingestellt."

Bei Firmenpensionen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in der Pension verzinst ausbezahlt werden. Die durchschnittliche Firmenpension beträgt monatlich 490 Euro. Insgesamt veranlagen die 19 Pensionskassen ein Vermögen von über 13 Mrd. Euro. Sie sind damit der größte private Pensionszahler Österreichs.

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband der Pensionskassen
Dr. Fritz Janda
Tel.: (0) 5 90 900 4108
E-Mail: fvpk@wko.at
Web: http://www.pensionskassen.at

Agentur Skills
Mag. Niklas Jelinek
Tel.: (01) 505 26 25 27
E-Mail: jelinek@skills.at

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